Hingegen rechnet Deppermann mit einem „obligatorischen Saisonverlauf“ – also mit steigenden Kurse bis in das Frühjahr hinein. „Dann droht der fünf Jahre währende Aufwärtsschub zu enden“, warnt er. Eine Korrektur von 15 bis 20 Prozent sei dann realistisch. „Erst im Herbst erwarte ich wieder sehr gute Kaufgelegenheiten“, sagt der BHF-Analyst. Der auf zyklische Muster spezialisierte Experte beobachtete in der Vergangenheit viele Bullenmärkte, die nach fünf Jahren endeten. Der laufende Hausse-Zyklus startete im März 2003.
„Ich erwarte, dass der Dax 2008 eine Verschnaufpause einlegen wird und zwischen 7 500 und 8 000 Punkten pendelt“, prognostiziert Charttechniker Frederik Altmann. Oberhalb von 8 000 Punkten sieht er wie seine Kollegen Probleme: „Das eigentlich starke Signal eines neuen Rekordhochs lieferte uns keine Impulse. Das macht den Bereich nun zu einem Widerstand.“
Altmann verweist auf eine wichtige charttechnische Lehre: Je häufiger Börsen-Indizes markante Hürden nicht überwinden, desto schwieriger gestaltet sich jeder neue Anlauf. Der Grund: Immer mehr Anleger zweifeln an den Auftriebskräften und ziehen sich zurück. In den letzten sechs Monaten fiel der Dax gleich sechsmal zurück, nachdem er über 8 000 Punkte geklettert war.
