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13.12.2005 
Analyse

Dekabank: Erwartetem Boom der deutschen Wirtschaft 2006 droht jähes Ende

dpa-afx FRANKFURT. Dem für das kommende Jahr zu erwartenden Boom der deutschen Wirtschaft droht nach Einschätzung der Dekabank ohne weitere tiefgreifende Strukturreformen bereits 2007 ein jähes Ende. "Für 2006 wird die Rechnung der Bundesregierung aufgehen", sagte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, am Dienstag in Frankfurt. Ein längerer, selbsttragender Aufschwung werde aber nur einsetzen, wenn das Hauptproblem Deutschlands - die hohe strukturelle Arbeitslosigkeit - angegangen werde. Geschehe dies nicht, erwiesen sich die Maßnahmen und Ankündigungen 2007 als "konjunktureller Bumerang".

"Auch eine Rezession ist dann nicht ausgeschlossen", sagte Kater. "Das Strohfeuer verglimmt." Denn die im Jahr 2006 durch die Mehrwertsteuererhöhung geborgte Konsumnachfrage fehle 2007. Zudem kühle die weltwirtschaftliche Nachfrage ab. Während der Export in Deutschland derzeit boome, sei der Konsum so schwach wie nie zuvor. Die Maßnahmen der großen Koalition zielten vor diesem Hintergrund bewußt auf eine Belebung der Binnennachfrage ab.

China Bleibt Zugpferd

Angesichts von Vorzieheffekten der geplanten Mehrwertsteuererhöhung, neuen Investitionsanreizen und einer starken weltwirtschaftlichen Nachfrage sei für 2006 ein reales Wirtschaftswachstum von 1,7 (2005: 1,0) Prozent zu erwarten. Damit werde Deutschland erstmals seit Jahren wieder stärker wachsen als das auf 1,25 Prozent geschrumpfte Produktionspotenzial. Für 2007 rechnet Kater aber mit einer spürbaren Abschwächung des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts auf 0,4 Prozent.

Weniger sprunghaft dürften die Wachstumsausschläge in der Eurozone ausfallen. Hier dürfte sich das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr auf 2,0 (2005: 1,4) Prozent beschleunigen und sich 2007 wieder auf 1,4 Prozent abschwächen. Triebfeder bleibe die anhaltend robuste Konjunkturentwicklung in den USA und in Asien. Insbesondere China werde mit Wachstumsraten von knapp neun Prozent auch in den kommenden zwei Jahren ein wichtiges Zugpferd bleiben. Die Wachstumsdynamik in den USA werde sich etwas verringern.

Einzelne Wachstumsprognosen im Überblick

^ 2005 2006 2007

Deutschland 1,0 1,7 0,4 Eurozone 1,4 2,0 1,4 USA 3,6 3,4 2,9 Japan 2,6 2,3 2,2 China 9,4 8,6 8,5°

(Bruttoinlandsprodukt gegenüber Vorjahr in Prozent.)

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