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29.07.2008 
Bewegung auf dem Biermarkt

Die Bierbranche wächst zusammen

von Jörg Hackhausen und Christian Panster

Es gibt einen neuen König der Biere: Inbev. Die belgische Brauerei-Gruppe schluckt den US-Konkurrenten Anheuser-Busch und steigt damit zum Weltmarktführer auf. Jedes vierte Bier, das weltweit über den Tresen geht, stammt aus den Sudkesseln der Großbrauerei. Doch schon rüsten Konkurrenten wie SAB Miller, Heineken oder Carlsberg zum Gegenschlag.

Ein Beck's-Arbeiter prüft die Flaschenfabrikation. Das deutsche Haus gehört inzwischen zur belgischen Inbev. Foto: APLupe

Ein Beck's-Arbeiter prüft die Flaschenfabrikation. Das deutsche Haus gehört inzwischen zur belgischen Inbev. Foto: AP

FRANKFURT. Weitere Fusionen und Übernahmen werden die Branche durchschütteln - und die Kurse der Bier-Aktien bewegen.

Dabei waren die Aktien zuletzt in der allgemeinen Schwächephase der Börsen abgesoffen. Auf Dreimonatssicht verloren die Papiere von Inbev über 20 Prozent. Etwas weniger hart traf es die Aktien der niederländischen Brauerei Heineken, die rund 15 Prozent verloren. Schlechter noch schnitt Carlsberg aus Dänemark ab - mehr als 22 Prozent ging es in den vergangenen drei Monaten bergab. Am besten hielten sich die Papiere des großen Inbev-Konkurrenten SAB Miller - rund zehn Prozent verlor die Aktie.

Nach Meinung von Analysten könnten Bieraktien auf dem jetzigen Niveau für Anleger interessant sein. Die Unternehmen arbeiten profitabel, der weltweite Durst auf den Gerstensaft wächst nach zuletzt schwächeren Jahren. Rund 1,8 Milliarden Hektoliter Bier wurden 2007 nach Angaben der Hopfenhandelsfirma Joh. Barth & Sohn weltweit gebraut; das sind 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Und das, obwohl der Konsum in den traditionellen Biertrinkerländern seit Jahren zurückgeht. Fast die Hälfte des weltweiten Zuwachses stammt mittlerweile aus China. "Die größten Potenziale liegen in Asien, Osteuropa und Südamerika", sagt Regine Barth, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Joh. Barth & Sohn.

Doch nicht alle Brauereien verfügen über gute Absatzkanäle in den Schwellenländern. Während Inbev und Heineken in den vergangenen Jahren ihr Geschäft in Osteuropa, Lateinamerika und in Asien ausgebaut haben, verpassten die amerikanischen Konzerne den Trend. Auch SAB Miller könne Schwierigkeiten bekommen, sagt Javier Gonzales Lastra von Goldman Sachs.

Von den Großen der Branche steht im Moment deshalb Inbev weit oben in der Gunst der Analysten. Elf von 16 Experten, die in den vergangenen vier Wochen die Aktie bewertet haben, sagen laut Finanzinformationsdienst Bloomberg "kaufen", drei "halten", und nur zwei empfehlen, die Papiere zu verkaufen.

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