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08.11.2006 
Italienische Aktien sind auch nach starken Kurssteigerungen noch günstig bewertet

Die Börse Mailand verspricht Gewinne

von Katharina Kort

Frohe Nachrichten aus Italien: Zum ersten Mal seit fünfeinhalb Jahren hat der italienische Standardwerte-Index Mib-30 Anfang der Woche den Sprung über die 40 000-Punkte-Marke geschafft. Damit hat die Mailänder Börse seit Jahresbeginn rund 20 Prozent zugelegt. Und die Marktbeobachter sind optimistisch, dass es noch Luft nach oben gibt.

MAILAND. „Wir befinden uns nicht in einer Blase“, sagt Marco Opipari, Marktstratege der Rasbank. Die Bewertungen der Aktien am italienischen Markt seien trotz der jüngsten Zuwächse noch immer moderat. Er rechnet daher damit, dass die Kurse auch im kommenden Jahr noch steigen werden, „wenn auch nicht so stark wie in diesem Jahr“.

„Wir sehen einen Wachstumstrend, allerdings mit einer Korrekturpause, wahrscheinlich gegen Ende des Jahres“, sagt Monica Basio vom Aktien-Research der Banca Intesa. Je später die Pause eintrete, umso vehementer werde die Korrektur ausfallen, erklärt sie. Danach rechnet die Banca Intesa jedoch wieder mit einem Anstieg. Grund für die starke Börsen-Entwicklung sind die guten Unternehmensergebnisse und ein verbessertes volkswirtschaftliches Umfeld in Italien.

„Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich sage nicht, dass Italien das neue Unternehmens-Dorado oder der nächste Star der Makro-Performance in Europa ist“, schreibt Vladimir Pillonca vom Research der US-Investmentbank Morgan Stanley in seinem jüngsten Report und weist auf die vielen Probleme hin, mit denen das Land zu kämpfen hat; dazu gehören außer der extrem hohen Staatsverschuldung auch die mangelnden Renten-Reformen und der ineffiziente Staatsapparat. „Aber dennoch könnte Italien der Ort sein, an dem der Wandel am schnellsten stattfindet“, schreibt er und lobt die Richtung der Regierung von Romano Prodi.

Die seit April regierende Mitte-Links-Koalition will den Haushalt konsolidieren, Arbeitskosten senken und Dienstleistungen liberalisieren. Pillonca geht davon aus, dass die Ratingagenturen, die Italien vor kurzem herabgestuft hatten, ihre Meinung bald wieder ändern werden. „Investoren sollten nicht bis dahin warten“, mahnt er.

Allerdings geht das Prodi-Programm auch einher mit höheren Steuern für Besserverdienende. Diese Erhöhungen dürften nach Ansicht von Beobachtern den Konsum-Titeln einen Dämpfer geben, ebenso wie die Erhöhung der Mehrwertsteuer in Deutschland – dem wichtigsten Absatzmarkt Italiens. „Das könnte ein Risiko für Werte wie Indesit und De Longhi sein, die ansonsten gute Chancen haben“, sagt Basio – beide stellen Maschinen für den Haushaltsbereich her. Höhere Steuern werden nach Ansicht von Rasbank-Spezialist Opipari auch die Medienwerte treffen, da diese bei zurückhaltender Kauflust auch weniger Werbeeinnahmen haben. Seine Kollegin Basio zählt Medienwerte dennoch zu den Favoriten, weil sie in diesem Jahr längst nicht so stark gestiegen sind wie andere.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Etwas vorsichtiger bei den Banken

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