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22.07.2008 
Analyse

DIW Berlin rechnet bei gesetzlichem Mindestlohn mit Verlust von 200 000 Jobs

dpa-afx BERLIN. Ein gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von 7,50 Euro würde nach Einschätzung des DIW Berlin rund 200 000 Arbeitsplätze in Deutschland kosten. Insbesondere geringfügig Beschäftigte und schlecht qualifizierte Arbeitnehmer müssten um ihren Arbeitsplatz fürchten, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts. "Frauen, Mini-Jobs und Ostdeutschland wären am stärksten betroffen", sagte der DIW-Arbeitsmarktexperte Viktor Steiner laut Mitteilung.

Von der Einführung eines Mindestlohns in dieser Höhe wären in den alten Bundesländern acht Prozent und in den neuen Bundesländern mehr als 17 Prozent der Beschäftigten betroffen. Deutschlandweit wären ungefähr 40 Prozent der geringfügig Beschäftigten betroffen. Die stärksten Lohnsteigerungen würden sich mit 18 Prozent für geringfügig beschäftigte Frauen sowie mit 35 Prozent für geringfügig beschäftigte Männer in Ostdeutschland ergeben. Aber auch in den alten Bundesländern würden die Stundenlöhne der geringfügig Beschäftigten mit gut acht Prozent überdurchschnittlich steigen.

ÜBerproportionaler Lohnanstieg

Ein derart überproportionaler Lohnanstieg würde aus Sicht der Forscher die Nachfrage nach geringfügig Beschäftigten stark verringern und so direkt Arbeitsplätze kosten. Selbst wenn es den Unternehmern gelänge, die höheren Arbeitskosten auf die Preise umzulegen, wären die Arbeitsplätze indirekt aufgrund der dann sinkenden Güternachfrage gefährdet. In diesem Fall würde auch der Arbeitsmarkt für Vollzeitbeschäftigte mit mittlerer Qualifikation relativ stark in Mitleidenschaft gezogen. Davon wären in den alten Bundesländern überwiegend Frauen, in den neuen Bundesländern Männer und Frauen betroffen.

Die Forscher lehnen deshalb auch eine Ausweitung der Mindestlöhne auf weitere Branchen ab: "Auch branchenspezifische Mindestlöhne werden mit Arbeitsplatzverlusten erkauft," sagte Steiner. "Die Arbeitsmarktchancen der gering Qualifizierten verbessert man nicht dadurch, indem man die Kosten ihrer Beschäftigung erhöht".

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