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11.09.2008 
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Moody´s: Europäische Pharmabranche vor großen Herausforderungen

dpa-afx LONDON. Die europäische Pharmabranche steht nach einer Studie der Ratingagentur Moody´s vor herausfordernden Zeiten. Zwischen 2010 und 2013 liefen wichtige Patente aus, die einen beträchtlichen Teil der Erträge ausmachten, geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Branchenstudie von Moody"s hervor. Unternehmen wie Roche oder auch Merck seien durch ihren Zugriff auf Biotech-Produkte jedoch weniger von der Konkurrenz durch Generika (Nachahmermedikamente) bedroht.

Dagegen laufen bei Astrazeneca in der EU in den kommenden Jahren unter anderem Patente für den Blutfettsenker Crestor, das Magenmittel Nexium und das Atemwegsmittel Symbicort aus. Generell seien weniger potenzielle Medikamente mit einem Blockbuster-Umsatz, also mit Erlösen von mehr als 1 Milliarde Dollar, in der Entwicklung. Moody"s traut derzeit Liraglutide zur Behandlung von Diabetes von Novo Nordisk und dem Arthritismittel Actemra von Roche einen Blockbuster-Umsatz zu.

Negative BonitÄTsentwicklung

"Unser Ausblick für die Bonitätsentwicklung der europäischen Pharmaunternehmen ist negativ", sagte die Autorin der Studie und Assistant Vice President bei Moody"s, Marie Fischer-Sabatie. Moody"s begründet dies mit dem auslaufenden Patentschutz und dem zunehmenden Wettbewerb durch Generikahersteller, was die Stärke der Produktportfolios und mittelfristig auch die Cashflows beeinträchtigen dürfte.

Die Wachstumschancen seien jedoch nach wie vor gut. Auch böten die Bilanzen einen Puffer zur Abfederung potenzieller Rückschläge. Bei einer Reihe von Unternehmen erschienen die aktuellen Produkt-Pipelines aber nicht ausreichend, um die zu erwartenden Umsatzeinbußen auszugleichen. Ein weiteres Problem seien die restriktiveren Hürden bei der Zulassung neuer Medikamente in den USA und Europa.

Vor dem Hintergrund diverser Rückschläge in den Produkt-Pipelines und verweigerter Arzneimittelzulassungen durch die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA seien die Aktienkurse mancher Unternehmen eingebrochen. Dadurch erhöhe sich der Druck aktionärsfreundliche Strategien einzuschlagen. Auch wenn einige Unternehmen ihre Aktienrückkaufsprogramme unlängst etwas zurückgefahren hätten, um größere Fusionen und Übernahmen zu tätigen, dürften sich die Finanzierungsstrategien weiterhin aktionärsfreundlicher gestalten als noch zu Beginn dieses Jahrzehnts. "Wir können allerdings nicht ausschließen, dass sich Übernahmen und Aktienrückkäufe in den nächsten ein bis anderthalb Jahren auf verschiedene Ratings belastend auswirken."

In dem negativen Ausblick äußert sich die Erwartung der Moody"s-Analysten bezüglich der Entwicklung der für die Bonität der Unternehmen in der Branche maßgeblichen Rahmenbedingungen während der nächsten zwölf bis 18 Monate. Moody"s bewertet Roche mit einem Rating Aa1, Novartis mit Aa2, Sanofi-Aventis mit A1, Astrazeneca mit A1, Glaxosmithkline mit A1, Novo Nordisk mit A2, Merck mit Baa1 und Nycomed mit B2.

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