Schönfärber wie Henry Blodget schickten Anleger ins Verderben. Jetzt proben sie das Comeback.
Als die Internet-Börsenblase der 90er-Jahre platzte, deckte Staatsanwalt Spitzer die Interessenkonflikte der Bankanalysten auf. Privatanleger waren entsetzt. Sie wussten nichts von den Nebengeschäften der Wall-Street-Analysten als Investmentbanker.
NEW YORK. Er ist wieder da. Immer noch jungenhaft, immer noch blond, immer noch diese stechend blauen Augen. Henry Blodget, Jahrgang 1967, einst gefeiert als größter Internetanalyst aller Zeiten, dann verschrien als Betrüger, fachsimpelt wieder. Über "das Internetgeschäft: Unternehmen, Trends, Analysen und mehr ...", wie er selbst neuerdings auf seiner Internetseite "www.internetoudsider.com" schreibt.
Analysen und mehr. Besser hätte Blodget nicht in Worte fassen können, was er als Analyst der Investmentbank Merrill Lynch
bis 2001 angerichtet hat: Aktien wider besseres Wissen zum Kauf empfohlen. Seinem Arbeitgeber mit geschönten Analysen zu lukrativen Mandaten verholfen. Anleger, die seinem Rat folgten, verloren viel Geld. Er verlor Job und Ruf. Und jetzt?
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