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28.11.2005 

Als die Internet-Börsenblase platzt, deckt Staatsanwalt Spitzer die Interessenkonflikte der Bankanalysten auf. Privatanleger sind entsetzt. Sie wussten nichts von den Nebengeschäften der Wall-Street-Analysten als Investmentbanker. Spitzer zwingt die Branche zu einem Paradigmenwechsel. Fortan müssen Wertpapierhäuser Analyse und Investment-Banking strikt trennen. Blodget und Grubman, laut Spitzer die beiden schlimmsten Beispiele der korrupten Wall Street, müssen sich schriftlich verpflichten, nie wieder als Analysten zu arbeiten. Beide zahlen Millionen, um Anlegerklagen beizulegen, sollen aber immer noch über ein erkleckliches Vermögen verfügen.

Grubman gründet 2003 seine Unternehmensberatung Magee Group. Er schafft sich damit eine Plattform, um wieder seine Sicht der Welt zu verbreiten, auch wenn ihm nur noch kleine bis mittelgroße Telekomfirmen statt milliardenschwerer Investoren zuhören. Auf der Magee-Internetseite (www.mageegroup.com). veröffentlicht Grubman eine ellenlange Abhandlung über die Zukunft der Telekommunikation, die nach dem Versuch klingt, seine Analystenpraxis zu rechtfertigen. Das unrühmliche Ende seiner Karriere erwähnt Grubman jedoch in seinem Lebenslauf mit keinem Wort. "Mr. Grubman arbeitete von 1985 bis 2001 an der Wall Street", heißt es dort nur lapidar.

Auch Blodgets heutige Arbeit wirkt wie ein Versuch, die Vergangenheit zu bewältigen. Anders als Grubman kommt der Enddreißiger ständig auf seine Zeit bei Merrill Lynch zurück. So nutzt Blodget in seinem Weblog die Leserfrage nach seiner Meinung über Google zu einer Abhandlung über Anlageurteile. Dabei erwähnt Blodget gestelzt seine "Vereinbarung mit Regulierungsbehörden, wonach ich nie mehr Anlageberatung geben darf". Streckenweise wirkt Blodgets Selbstbespiegelung witzig. Schreiben kann er, das muss man dem studierten Geschichtslehrer lassen, der nach seinem Rückzug von der Wall Street als Kolumnist für das Internetmagazin "Slate" des Softwareriesen Microsoft arbeitet. Als Journalist hatte Blodget auch vor seinem Ausflug an die Wall Street geschrieben.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Der aktuelle Preis von mehr als 400 Dollar der Google-Aktie wirke "keineswegs verrückt".

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