Zu sagen hat Blodget aber nur noch wenig. Die Frage nach dem fairen Preis der Google
-Aktie beantwortet Blodget nach Aufzählung vieler Pro- und Contra-Argumente damit, der aktuelle Preis von mehr als 400 Dollar wirke "keineswegs verrückt".
Die Leserkommentare auf Blodgets Weblog drehen sich denn auch mehr um dessen kontroverse Vergangenheit als um seine aktuellen Ansichten. "Gott schütze uns vor Trotteln wie Dir", schimpft ein Blog-Schreiber unter dem Pseudonym "Venkat", und fügt hinzu: "Du hast nichts aus Deinem Fiasko gelernt." Ein anderer namens "Don Dodge" dankt Blodget dagegen für seine Rückkehr: "Ich habe Deine Einsichten immer genossen." Ob er auch Blodgets Aktientipps beherzigt hat, verschweigt "Don Dodge".
Bleibt Meeker, die dritte im Bunde. Sie stürzt in eine tiefe Krise, als die große Spekulationsblase platzt. Sie vergräbt sich in ihrem Büro in der Morgan-Stanley
-Zentrale am New Yorker Times Square und schreibt noch dickere Studien. Beachtung finden diese nicht mehr. Immerhin gewinnen einige ihrer Lieblingswerte wie Amazon
und Ebay
wieder an Gewicht. Und immerhin übt Meeker als einzige der Drei öffentlich Selbstkritik. Dem Journalisten Charles Gasparino, der den Aufstieg und Fall von Blodget & Co im Buch "Blood on the Street" schildert, sagt sie: "Viele Leute haben durch meine Anlageurteile eine Menge Geld verloren, und damit muss ich bis zu meinem Lebensende leben."
