Die fetten Jahre sind noch lange nicht vorbei: Obwohl die Analysten davor warnen, dass die schlechte US-Konjunktur sich auch nachteilig auf die Umsätze von Fast-Food-Ketten auswirken könnte, zieht Burger King weiter mit Volldampf voraus. Analysten trauen der Aktie von Burger King viel zu - nicht zuletzt dank der Investitionen in neue Filialen. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.
STUTTGART. Im vergangenen Quartal steigerte die Burgerkette aus Miami ihren Gewinn um 30 Prozent und meldete zum 16. Mal in Folge ein Umsatzplus in den Filialen, die seit mehr als einem Jahr bestehen. Im laufenden Jahr will man ein Gewinnwachstum von 15 Prozent je Aktie erzielen.
"Eine meiner beiden Lieblingsaktien aus der Schnellrestaurant-Branche", sagt Analyst Steven Kron von Goldman
Sachs und rät zum Kauf - genau wie sieben von neun befragten US-Banken. Im Dezember erreichte die Aktie bei rund 29 Dollar ihren höchsten Stand seit dem Börsengang im Mai 2006. Danach ging es erst einmal abwärts; doch wer vor sechs Wochen Burger-King-Titel kaufte, hat inzwischen ein Plus von fast 15 Prozent eingefahren.
Auf Zuwächse können sich auch die Kunden der Burgerkette verlassen - und zwar um ihre eigene Gürtellinie. Denn künftig sollen die Filialen einige Fettbomben wie den doppelten Cheeseburger noch billiger verkaufen als bisher, nämlich für einen Dollar. Erzrivale McDonald?s bietet den gleichen Preis, dafür aber einen kleineren Burger: Der Fleischanteil sei fast ein Drittel geringer als bei Burger Kings 125g-Frikadelle behauptet eine eigens kreierte Werbekampagne.
Die könnte die Burger-King-Bulette zu einem neuen Publikumsmagneten machen, sagen Experten. Vor allem bei Teenagern, die üblicherweise über einen großen Hunger und ein kleines Taschengeld verfügen. In den USA "trifft die Teenager der hohe Benzinpreis im Moment besonders empfindlich - und was nach dem Tanken noch übrig bleibt, geben sie typischerweise für Fast Food aus", sagt Joe Lavorgna von der Deutschen Bank
in New York.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Das Geschäft mit frischem Kaffee.
Außerdem soll eine zusätzliche Dosis Koffein den Geschmack der Kunden treffen. Denn Eiskaffee mit Vanille-, Karamell- und Schokogeschmack wird wahrscheinlich bald genauso auf der Karte stehen wie Gourmetkaffees. McDonald?s hat es mit seinen McCafés bereits vorgemacht: Die fachgerecht aufgebrühten Milchkaffees in Kaffeehausatmosphäre à la Starbucks
kommen bei den Kunden so gut an, dass in den nächsten zwei Jahren alle Filialen mit McCafés ausgerüstet werden sollen. McDonald?s hofft auf ein Umsatzplus von einer Mrd. Dollar jährlich. Auch bei Burger King werde man das Geschäft mit frischem statt Pulverkaffee weiter ausbauen, erklärte Marketingchef Russ Klein vor kurzem auf einer Analystenkonferenz.
Ein weiteres Kaufargument ist für viele Analysten Burger Kings Expansionspotenzial. Obwohl das Unternehmen die zweitgrößte Burger-Kette der Welt ist, besitzt Marktführer McDonald?s rund dreimal so viele Filialen. Pete Najarian, einer der wichtigsten Wertpapierhändler an der Wall Street, lobt: "Burger King hat noch reichlich Platz zu wachsen."
Und die entsprechenden Pläne sind bereits abgesegnet: Zum ersten Mal seit sechs Jahren will Burger King in diesem Geschäftsjahr mit 300 zusätzlichen Restaurants mehr Filialen neu eröffnen als alte schließen. Viele der bestehenden sollen renoviert, modernisiert sowie rund um die Uhr geöffnet werden. Vor allem in Deutschland, Spanien, Italien und der Türkei will Burger King expandieren.
Dafür gibt es Lob von Expertenseite: Jeffrey Bernstein, Analyst bei Lehman Brothers,
erwartet im internationalen Geschäft ein stärkeres Absatzwachstum als in den USA und "beträchtliche Chancen". Er schätzt, dass der Kurs in einem Jahr bei 32 Dollar liegt, also etwa ein Viertel höher als zurzeit.
