Pepsico hat es nicht leicht in diesen Tagen. Auch an der Börse steht der Konzern unter Druck – zu Unrecht, finden Analysten. Sie sagen dem Softdrinkhersteller ein hohes Gewinnwachstum voraus und stufen die Aktie daher als klaren Kauf ein. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.
STUTTGART. Die Limonadengetränke von Pepsico leiden unter einem zunehmend schlechten Image, weil sie Karies und Übergewicht fördern; seine Fruchtsäfte werden teurer, weil die Obstproduzenten höhere Preise fordern – und selbst das stille Wasser gerät jetzt in die Diskussion. Denn in liberalen US-Metropolen wie San Francisco oder New York laufen seit kurzem Kampagnen gegen Trinkwasser in Flaschen – weil das beim Abfüllen, Transport und bei der Plastikflaschenherstellung Energie und Rohstoffe verschwende und außerdem ohnehin aus den gleichen Quellen stamme wie Leitungswasser.
Nach Vorlage der Quartalszahlen rutschte die Aktie von Pepsico ab, obwohl die Bilanz besser ausgefallen war als erwartet.
„Die Investoren sagen sich vermutlich: Der Gewinn pro Aktie lag fast 20 Prozent höher, deshalb hätte die Firma ihre Gesamtjahresprognose anheben sollen“, sagt Rich Smith vom Finanz-Internetdienst The Motley Fool. „Dass sie das nicht getan haben, würde dann die Vermutung nahelegen, dass im kommenden Quartal der Gewinn schlechter ausfallen wird als erwartet.“ Neben Cola, Fruchtsäften und Limonade gehören auch der erfolgreiche Chipsproduzent Frito Lay und verschiedene Müslisorten zur Produktpalette.
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Doch die meisten Analysten halten diese Befürchtungen für übertrieben und den Kursverlust für eine Überreaktion. Noch immer raten 15 von 16 Banken zum Kauf der Titel, davon vergeben sechs das Besturteil „Starker Kauf“.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Pepsico will Coca-Cola auf den Fersen bleiben.
„In Pepsicos Aktienkurs vor der Bilanzlegung war ein absolut perfektes Ergebnis bereits eingepreist“, sagt Bonnie Herzog von Citigroup. Als die Chefetage dann vor steigenden Rohstoffpreisen in den nächsten Quartalen warnte, „rutschte die Aktie deutlich ab. Deshalb ermuntern wir die Anleger, die niedrigeren Preise zum Aufstocken ihrer Positionen auszunutzen.“
Einige Analysten sehen die klaren Worte als weiteres positives Zeichen für Pepsico. „Es ist ganz simpel: Das Zeug, aus dem die Chips und Getränke hergestellt werden, wird teurer, und es ist schwer, diese Kosten an den Endverbraucher weiterzugeben“, sagt Marc Greenberg von der Deutschen Bank.
Immerhin liegt der Aktienkurs derzeit nur etwa fünf Prozent unter dem Fünfjahreshoch von Anfang Oktober – und selbst vorsichtige Analysten setzen Pepsicos Zwölfmonats-Kursziel auf 77 Dollar und mehr an. „Pepsico bleibt eine Aktie mit hoher Qualität, die die besten Voraussetzungen dafür hat, in den kommenden Jahren ein Gewinnwachstum von elf bis zwölf Prozent pro Jahr zu liefern“, lobt Judy Hong von Goldman Sachs.
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Zudem zieht das New Yorker Unternehmen sämtliche Register, um als größter Konkurrent dem Weltmarktführer Coca-Cola auf den Fersen zu bleiben. Deshalb hat Pepsico in diesem Jahr bereits eine Mrd. Dollar für Übernahmen ausgegeben und arbeitet derzeit an weiteren Kooperationen – etwa mit dem Teehaus Lipton und der Kaffeekette Starbucks. Auch die kreativen Köpfe im eigenen Unternehmen arbeiten ständig an neuen Produkten, sagt Bonnie Herzog: „Pepsico hat eine lange Tradition, sich innovative Produkte auszudenken, was vor allem auch auf dem internationalen Markt sehr helfen wird. Durch die Zusammenarbeit mit den Einheimischen kommen dann auch Geschmackssorten auf den Markt, die den Nerv des jeweiligen Landes treffen, was den Pro-Kopf-Verbrauch der Produkte vergrößert.“
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