Bruns Breitseite
Amerikanische Kapitalmarktdominanz

Wer das Wesen und die Abläufe der Finanzmärkte verstehen will, tut gut daran, sich mit den Größenverhältnissen an den Börsen vertraut zu machen. Die Amerikaner dominieren die Märkte, die Europäer sind das selber schuld.
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Schaut man sich den Morgan Stanley Capital Index Welt (kurz: MSCI Welt), den etablierten Weltaktienmarktindex an, so sticht das herausragende Gewicht der USA mit rund 54 Prozent sogleich hervor. Deutsche Aktien sind in diesem Index derzeit mit circa 3,5 Prozent und damit etwas geringer als Frankreich oder etwa die Schweiz gewichtet.

Großbritannien, das vor 100 Jahren noch die Weltaktienmärkte anführte, besitzt derzeit noch eine Gewichtung von etwa 8,5 Prozent. Von einem Rule Britannia ist die Welt heute angesichts des stetigen seitherigen Bedeutungsverlustes Großbritanniens weit entfernt.

Stattdessen dominieren die Vereinigten Staaten die weltweiten Finanzmärkte, denn im Derivate-, im Rohstoff-, im Zins- und Fondsbereich ist das Bild mutatis mutandis ganz ähnlich. In der berühmten Aussage des Thomas Hobbes, „auctoritas, non veritas facit legem“ offenbart sich der Nutzen eines großen Finanzmarktes.

Größe schafft Macht und Macht schafft Recht. Es ist beileibe kein Zufall, dass der oben genannte Aktienindex aus den USA stammt. Ebenso wenig ist es Zufall, dass die Ratingagenturen und die Bilanzierungsstandards im Wesentlichen amerikanischen Zuschnitts sind. Selbst die Medien- und Berichterstattungsstandards an den Börsen haben sich im Laufe der Jahre deutlich amerikanisiert. Um dies zu sehen, genügt es, auf die Anzahl der Anglizismen zu schauen, mit denen dort täglich ohne weitere Reflektion herumgeworfen wird.      

Kommentare zu " Bruns Breitseite: Amerikanische Kapitalmarktdominanz"

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  • Noch Kürzer und noch klarer:

    Man empfiehlt einem Schiffbrüchigen das Rettungsboot zu verbrennen damit er sich trocknen kann

  • Dieser Artikel von Dr. Christoph Bruns lässt Zweifeln, ob der erwähnte Doktortitel echt ist.
    Er versucht im ersten Teil eine gewisse Kompetenz zu zeigen, in dem er Äpfel mit Erdnüssen vergleicht.
    Er erwähnt Unterschiedlichkeiten (Größe des Aktienkapitals von Deutschland sowie von den USA und England), ohne den Grund dafür zu kommentieren.
    Dies macht er lediglich um dann, recht durchsichtig zu implizieren, dass wir dummen Deutschen doch nur diese gefährliche, blutgierige Bulldogge namens Finanzmarkt freilassen sollten, denn deswegen wären wir ja Aktienkapitalmäßig so klein.
    Das ist schlicht und ergreifend Quatsch. Aber selbst ein Student im viertem Semester könnte eine bessere Begründung für diesen Unsinn herleiten.
    Warum dieser ganze Artikel eine Beleidigung für die Leser darstellt:
    1. Man könnte höchstens Europa mit den USA vergleichen und versuchen daraus Schlüsse zu ziehen, macht man dies mit Deutschland, müsste man die Zahlen ins Verhältnis setzen beispielsweise zum Bruttoinlandsprodukt und zur Anzahl der Einwohner.
    2. Traditionell meidet der deutsche Mittelstand soweit möglich die Börse und fährt meist nicht schlecht damit und dieses Kapital bleibt bei diesem Vergleich vor der Tür. Die Tatsache, dass wir seit 30 Jahren nahezu immer die ersten drei Plätze weltweit beim Export belegen zeigt sogar, dass die deutsche Industrie und damit das Kapital das darin steckt, überproportional gross ist, im Verhältnis zum BIP/Bevölkerung.
    Unter dem Strich gesehen ist dieser Schrieb ein ziemlich untalentierter Versuch der Manipulation der Meinungen im Sinne der Finanzindustrie.
    Ach ja, dass England so geschrumpft ist, hat auch den Grund, dass extrem viel Kapital, vor allem jüdisches, nach dem Krieg von Europa in die USA geflossen ist.
    Daher ist diese religiöse Gruppe dort so dominierend, dass es kaum einen Notenbankpräsident dort gibt, der nicht jüdisch ist, manchmal sind es auch die Präsidenten, siehe Bush. Allerdings ist das in England, Kanada auch nicht anders.

  • @Mobius

    Sehr sinnhafter und tiefentransparenter Kommentar.

    Sie haben meine volle Zustimmung.

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