Bruns Breitseite
Die Börse hakt die Euro-Krise ab

Wenn wir in wenigen Jahren die Börsenchronik durchblättern, wird eine alte Börsenwahrheit bestätigt sein: Die Krise, hier die Euro-Schuldenkrise, bietet klugen Investoren hervorragende Einstiegschancen bei Aktien.

Besonders europäische Aktien, zumal solche aus den Krisenländern, waren mitunter zu wahrhaftigen Schnäppchenpreisen zu haben. Der zwischenzeitlich viel diskutierte Gedanke, ein so wichtiges und überwiegend vorteilhaftes Konstrukt wie die Europäische Union beziehungsweise die gemeinsame Währung Euro würde wie ein ungeliebtes Möbel auf die Müllhalde geworfen, hat sich als erstklassiger Nährboden für erfahrene Aktienanleger erwiesen. Man schaue sich einmal die Kursentwicklung bei Indra Sistemas in Spanien, De Longhi in Italien oder Irisch Continental in Irland an.

Inzwischen spricht sich an den Börsen herum, dass die Deutungshoheit über Europa und den Euro nicht allein den Angelsachsen, die ein Interesse am Scheitern des Euro haben, den Internet-Wutforisten und den volkswirtschaftlichen Krämerseelen zukommt. Fundamental wichtige Sachverhalte wie die europäische Union und der Euro dürfen nicht ausschließlich ökonomisch beurteilt werden.

Zwar ist richtig, dass langfristig politisch nur klug ist, was auch ökonomisch vernünftig ist, so jedenfalls der ehemalige Präsident der Bundesbank Karl Otto Pöhl. Aber es zeigt sich hier einmal mehr, dass Politik – wie Bismarck zu Recht meinte – die Kunst des Möglichen ist und keineswegs nur reine Nationalökonomie. Nota bene: Wie es um diese Lehre steht, konnte in den vergangenen Jahren gut beobachtet werden.

Derweil wächst die Weltwirtschaft recht robust, insbesondere in Asien, wo zwei Drittel der Erdbevölkerung lebt. Aber auch der mittlere Osten und sogar Afrika zeigen mitunter positive Tendenzen. Selbst Nordamerika hat aufgrund des dortigen Kohlenstoff-Booms und des sich verbessernden Immobilienmarktes einiges an Phantasie zu bieten – trotz aller Unkenrufe. Hieran teilzuhaben ist die strategische Stoßrichtung der meisten börsennotierten Unternehmen. Gerade deutsche Unternehmen machen angesichts ihrer internationalen Ausrichtung (Stichwort Export) dabei derzeit eine gute Figur.

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Die Ampel für die Börse steht auf Grün

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