Bruns Breitseite: Freundschaft zwischen Staaten gibt es nicht

Bruns Breitseite
Freundschaft zwischen Staaten gibt es nicht

Gerade erst wurden die deutsch-französische Freundschaft und der Élysée Vertrag gefeiert. Doch anstatt Lobreden auf die Vergangenheit zu halten, müssen schleunigst die Konzeptionsmängel des Euro beseitigt werden.
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Die wohlgemeinten Reden sind verklungen und die vielköpfige französische Reisegemeinschaft ist auf Kosten des Steuerzahlers wieder nach Hause gereist. Es gehört zum bundesrepublikanischen Ritual, die sogenannte Deutsch-Französische Freundschaft ständig zu betonen.

Dabei ist der Ausdruck Freundschaft völlig unangebracht. Zwischen Staaten gibt es keine Freundschaft, sondern allenfalls gemeinsame Interessen. Es stünde der Politik gut zu Gesicht, diesbezüglich mehr Sachlichkeit und Nüchternheit an den Tag zu legen.

Gefeiert wurde der Élysée Vertrag, der vor fünfzig Jahren unterschrieben wurde. Aber: Freunde schließen keine Verträge, sondern vertrauen einander. Staaten schließen Verträge, weil sie sich nicht trauen.

Wie Staaten zuweilen mit Verträgen umgehen, hat man beim Euro und den Maastricht-Kriterien beobachten können. Insofern sollten jetzt nicht nostalgische Feierlichkeiten, sondern eine Rückkehr zu Vertragstreue und zwischenstaatlicher Rechtsstaatlichkeit angegangen werden.

Anstatt Lobreden auf die Vergangenheit zu halten, müssen nunmehr schleunigst die Konzeptionsmängel der europäischen Verfassung, des Euro und der Europäischen Zentralbank beseitigt werden. Für den Frieden in Europa dürfte nichts so wichtig sein wie die Wiederherstellung des Vertrauens in die Rechtsstaatlichkeit Sie ist auch Grundlage für die Schaffung von Wohlstand, der seinerseits Voraussetzung und Garant des Friedens ist.

Deutschland und Frankreich sollten sich sodann einmal ernsthaft mit der Frage beschäftigen, wie Wohlstand für alle, so wie es Ludwig Ehrhardt im Sinn hatte, zu erzielen wäre. Klar ist dies: Wer wünscht, dass die Bevölkerung signifikanter an der Wirtschaft und ihrem Wachstum beteiligt ist, als das heute der Fall ist, der muss das Instrument der Beteiligung – die Aktie – stärker in den Blick nehmen. Diesbezüglich hört man aus der Politik jedoch keine Lobreden. Stattdessen setzt man auf den Staat als Heilsbringer. Auch dies hat eine fünfzigjährige Tradition.

Aus Chicago

Ihr

 

Dr. Christoph Bruns

 

Christoph Bruns ist Fondsmanager und Inhaber der Fondsboutique Loys.

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Kommentare zu " Bruns Breitseite: Freundschaft zwischen Staaten gibt es nicht"

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  • 'Poldi 0824' sagt
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    Für den Frieden in Europa dürfte nichts so wichtig sein wie die Wiederherstellung des Vertrauens in die Rechtsstaatlichkeit
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    Ich wüßte nicht, wodurch dieses bezüglich Europa nennswert beschädigt worden wäre.

    +++

    'Poldi 0824' sagt
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    Schönen Abend noch.
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    Ihnen auch.

  • Für den Frieden in Europa dürfte nichts so wichtig sein wie die Wiederherstellung des Vertrauens in die Rechtsstaatlichkeit Sie ist auch Grundlage für die Schaffung von Wohlstand, der seinerseits Voraussetzung und Garant des Friedens ist.

    Diese Aussage ist richtig, leider auch nötig und eindeutig an die Politik gerichtet.

    Schönen Abend noch.

  • "Bruns Breitseite" finde ich sehr sympatisch.

    HB-Redaktion tauschen Sie mal "Bruns Breitseite" mit "Dutschke spricht" am Wochenende. Den kann ich nicht ab.

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