Bruns Breitseite
Hoffnungen in Europa

In Europa deutet sich eine konjunkturelle Wende zum Besseren an. Noch ist es zu früh, um Entwarnung zu geben. Aber die Hoffnung wächst. Auch weil Wirtschaft zu einem nicht geringen Teil Psychologie ist.
  • 4

Sowohl der stabilisierte Euro als auch die anziehenden Anleihezinsen am langen Laufzeitende der Zinsstrukturkurve haben die jüngsten Konjunkturmeldungen bereits teilweise antizipiert. Auch an den Aktienmärkten wird – ungeachtet der derzeitigen Kriegssorgen um Syrien - eine konjunkturelle Aufhellung erwartet.

Die ungewöhnliche Länge der Rezession in der Euro-Zone ist der Kombination aus Struktur- und Konjunkturkrise geschuldet. Besonders die sogenannten Club-Med-Staaten wie Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal leiden seit Jahren an Wettbewerbsschwäche und ausgeprägtem Missmanagement des Staatswesens. Hinreichender Beleg hierfür sind die chronischen Handelsbilanz- und Haushaltsdefizite in den meisten der genannten Länder.

Aber auch die Niederlande und Belgien haben schwierige Quartale hinter sich. Und auch außerhalb der Eurozone sind derartige Probleme durchaus nicht unbekannt. Großbritannien und etliche Länder Osteuropas kämpfen ebenfalls seit Jahren mit strukturellen Herausforderungen.

Deutschland, das einen wichtigen Teil seiner strukturellen Hausaufgaben mit der Agenda 2010 bereits vor einem Jahrzehnt abgearbeitet hat, steht heute als weißer Ritter vergleichsweise prächtig dar. Gleichwohl wäre es naiv, in allzu großen Jubel auszubrechen. Zu gewaltig sind die Zukunftslasten, die sich unser Land nebst dem kaum zu überschätzenden demographischen Wandel aufgehalst hat.

Dennoch: Es gibt Zeichen der Hoffnung. Viele Unternehmen aus den europäischen Peripherieländern mussten in den letzten Jahren empfindliche Einschnitte vornehmen. Am spürbarsten waren davon die jeweiligen Arbeitsmärkte betroffen, wie an den hohen Arbeitslosenzahlen unschwer abzulesen ist. Ähnlich wie die einschneidenden Arbeitsmarkt- und Renten-Reformen in Deutschland nach dem Platzen der Dot.Com-Blase vor mehr als zehn Jahren sahen sich etliche Staaten in den letzten Jahren genötigt, Wettbewerbsverbesserungen für die eigene Wirtschaft qua Reformen herbei zu führen.

Kommentare zu " Bruns Breitseite: Hoffnungen in Europa"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Breitseite von mir….

    Aufschwung in Europa erfordert Wachstum, Wachstum bedarf Kaufkraftzuwachs.
    Wo bitte soll dieser hergekommen sein?

    Um Wettbewerbsfähigkeit herzustellen erfordert sinkende Stückkosten, was Kaufkraftverlust bedeutet oder hohe Investitionen.

    Zitat…..Gerade in dieser Woche vermeldete Portugal die Erhöhung der Wochenstundenzahl im öffentlichen Dienst von 35 auf 40 Stunden.

    Entweder bedeutet diese Nachricht, dass 14% in die Arbeitslosigkeit entlassen wurden, mit entsprechend höherem Bedarf an Sozialleistungen, oder diese Mitarbeiter drehen 5 Stunden Däumchen.

    Um mich zu überzeugen, das es in Europa bergauf geht, bedarf es schon etwas mehr, als bla, bla, bla.
    Was allenfalls zu erwarten ist, das sich die Wirtschaft kurzzeitig auf einem niedrigen Niveau einpendelt

  • Wieviel hat Herr Bruns dafür bekommen diesen Dünnschiss zu schreiben. Der Big Bang kommt. früher oder doch ein wenig später

  • Die Wachstumsidiotie samt angesschlossenem Zinswucher neigt sich dem Ende (heute erst wieder mit der Meldung, dass die Arbeitslosenzahl steigt) und Herr Bruns sieht Hoffnungen in Europa. Hoffnung ja, in der Menschlichkeit, nur die ist nicht wie der Konsumpf in Zahlen zu messen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%