Bruns Breitseite
Standortfaktor Steuern

Was tun gegen Steuerhinterziehung? Wie können Anleger entlastet werden? Wie bleibt Deutschland konkurrenzfähig? Rund um die Steuergesetze sind aktuell viele Fragen offen. Die Parteien müssen jetzt Farbe bekennen.
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Die Bundesrepublik befindet sich inmitten einer Steuerdebatte. Da nahezu alle Bürger von der Steuergesetzgebung mehr oder weniger direkt betroffen sind, ist eine Diskussion über die Besteuerung und die Staatsfinanzen vor anstehenden Bundestagswahlen begrüßenswert.

Für die Parteien besteht in dieser Debatte die Möglichkeit, Farbe zu bekennen. Von dieser Gelegenheit haben die Grünen bereits Gebrauch gemacht, was an sich löblich ist. Bemerkenswert ist obendrein, dass die Grünen für den Fall einer Regierungsübernahme kräftige Steuererhöhungen angekündigt haben.

Wenn man die Historie deutscher Wahlkämpfe zum Maßstab nimmt, dann dürfte die Steuerdebatte überwiegend um die Frage der sogenannten sozialen Gerechtigkeit kreisen. Dabei wären zusätzlich ganz andere Fragen dringend zu klären.

Wie steht es etwa mit den Standortbedingungen Deutschlands im internationalen Steuerwettbewerb? Welchen Einfluss haben Steuern auf die gewünschte Zuwanderung qualifizierter junger Menschen aus dem Ausland? Wie muss das Steuersystem verändert werden, damit die Anreize zur Steuerhinterziehung geringer werden? Was kann auf dem Gebiet der Steuern getan werden, um Deutschlands Kinderarmut entgegen zu wirken?

Wie sollte die Steuerpolitik bei Kapitalanlagen gestaltet werden, damit in Deutschland nicht überwiegend renditeschwache, risikoreiche und staatsgeförderte Anlagen dominieren? Lässt sich die Eigenkapitalfinanzierung künftig der Fremdkapitalfinanzierung steuerlich gleichstellen um etwa Insolvenzgefahren bei Banken und anderen Industrien zu reduzieren?

Könnte das Steuersystem so gestaltet werden, dass stärkere Wachstumsimpulse von ihm ausgehen? Wie kann das Steuersystem deutlich vereinfacht werden? Welche Bagatellsteuern können ersatzlos gestrichen werden?

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Kommentare zu " Bruns Breitseite: Standortfaktor Steuern"

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  • Die Hälfte an den Staat? Das ist ja wohl nur die halbe Wahrheit. Der Staat kassiert mittlerweile zwischen 70 und 80% eines verdienten Euros, wenn man neben der Lohnsteuer auch die Zwangsabgaben (=Steuer) an die Sozialversicherungen einbezieht und die ganzen indirekten Steuern mitberücksichtigt. Nicht vergessen darf man auch, daß der sogenannte Bruttolohn auf dem Gehaltszettel keineswegs das tatsächliche Bruttogehalt darstellt sondern nur der Verschleierung der wahren Abgabenhöhe dient. Sähen nämlich die Arbeitnehmer das wahre Brutto (= Kosten des Arbeitgebers), würde er vermutlich sofort revoltieren oder die Arbeit niederlegen.
    Diese Abgabenhöhe ist einfach jenseits von Gut und Böse. Sie unterbindet jeden Vermögensaufbau für normale Verdiener, was letztendlich zur Altersarmut führt bzw. führen wird.
    Wer da die Steuern zusätzlich erhöhen möchte und in diesem Zusammenhang auch noch von sozialer Gerechtigkeit faselt, der gehört in die Klapsmühle.

    Frankreich wird übrigens als erstes Land feststellen müssen, daß eine Staatsquote von 70% den Untergang bedeutet. Wenn dort der letzte Unternehmer vernichtet, der letzte Reiche vertrieben worden ist, werden die Franzosen feststellen, daß irgendjemand die Arbeitsplätze bereitstellen muß, den sie alle haben möchten. Der Staat ist dazu nämlich nicht in der Lage.

  • Steuererhöhungen haben nur noch einen Zweck: Unbequemlichkeiten für die Politiker und ihrer Seilschaften zu verhindern und ihre komfortable Alimentierung zu erhalten.
    Das übliche Geschwätz von sozialer Umverteilung hat nur Alibi Charakter und ist letztlich nur unehrliche Heuchelei.

    H.

  • Im vergangenen Jahr war das Steueraufkommen so hoch wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik. - Und unsere Politiker kommen mit dem Geld nicht klar. De facto ist ein Zustand erreicht, wo sich der Bürger fragt, wofür denn eigentlich noch mehr Steuern und als Souverän nach den Ausgabeposten fragen muß. Nicht zuletzt kennen wir aus eigener Erfahrung das Phänomen, dass bei immer höherem Einkommen wie selbstverständlich neue Ausgaben auftreten, ohne dass man Sinn und Wirksamtkeit früherer Ausgaben, die man munter weiterbedient, hinterfragt. Es ist ja da... Besagter Leviathan ist geboren. Mehr noch - die Frage nach Zweck und Sinn der Ausgaben sind sogar Pflicht des mündigen Bürgers. Ansonsten ist eine Situation wie bei unseren südlichen Nachbarn möglich, wo wir uns ja so erhaben fragen, wie man diesen Schlendrian eigentlich zulassen konnte. Als wären wir so viel besser... Na eben genau so.

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