Der Anlagestratege
Aktien sind wichtiger als TTIP

Die Globalisierung lässt sich nicht zurückdrehen. Das ist gut so, denn freier Welthandel bringt Wohlstand. Dennoch ist es falsch, dass die Politik globale Handelsbeziehungen als Priorität ansieht. Was wichtiger wäre.
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Wie verdreht die Verhältnisse mittlerweile sind war zuletzt während einer Demonstration gegen TTIP in Berlin zu beobachten. Im Grunde stechen dabei rot-grüne Horden mit ihren Verballanzen gegen die Windmühle der Globalisierung an. Allein ihnen wird das gleiche Schicksal zuteil werden wie dem großen Ritter von der Mancha, der durch übermäßige Lektüre von Ritterbüchern einen Realitätsverlust erlitten hatte.

Jedenfalls lässt sich die Globalisierung gar nicht mehr zurückdrehen, gleichgültig ob man sie befürwortet oder ablehnt. Sie ist geradezu eine Weltgesetzmäßigkeit. Hier sind titanische Kräfte am Werk, die der eigendynamischen Entwicklung der Technik ähneln, die ihrerseits unaufhaltsam voranschreitet.

Wer sie aufhält endet wie Nordkorea oder China während der Kulturrevolution oder wie die ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaaten im Osten Europas. Auch anhand der verblichenen DDR, die nach 25 Jahren deutscher Wiedervereinigung immer noch am Tropf westdeutscher Steuerzahler hängt, ließe sich dieses Phänomen des Zurückbleibens gut studieren.

Am meisten fasziniert mich jedoch das vorgetragene Argument, der Wohlstand Deutschlands fuße in nicht geringem Umfang auf freiem Welthandel, weshalb gerade die Bundesrepublik ein Interesse an diesem besitzen sollte.

So richtig dieser Hinweis auch sein mag, so irreführend ist er doch wenn es um die Frage geht, welche Prioritäten in der Wirtschaftspolitik gesetzt werden sollten. Sofern es nämlich das Ziel der deutschen Wirtschaftspolitik ist, den Wohlstand und Lebensstandard der Deutschen zu steigern, wären andere Maßnahmen viel dringlicher als TTIP, CETA und derlei Verträge. 

Die hohen Handelsbilanzüberschüsse Deutschlands werden nicht vom Staat erzielt sondern von privaten Unternehmen. Deutschlands Bürger haben, wenn man von Arbeitsplätzen und Steuern absieht, nur insofern einen wirklichen Vorteil von den hohen Exportüberschüssen, soweit sie Anteile an den davon profitierenden Unternehmen besitzen und die Exportüberschüsse auch zu finanziellen Gewinnen führen.

Wie aber hinlänglich bekannt ist, scheut sich der überwiegende Teil der Bevölkerung, sich an den Unternehmen der Wirtschaft zu beteiligen. Schon allein das Wort für Beteiligungsanteile an Unternehmen – Aktie – ist nahezu als Teufelszeug verschrien. Hier ist nochmals in Erinnerung zu rufen, dass der Löwenanteil der Aktien deutscher Großunternehmen sich im Eigentum ausländischer Anleger befindet. 

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Es fehlt an Bildung und Willen

Kommentare zu " Der Anlagestratege: Aktien sind wichtiger als TTIP"

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  • Herr Bauer, wenn Sie ihren Beitrag ernst meinen, glaube ich nicht, dass das was wird mit den Enkeln..

  • Hallo Herr Bruns, vielen Dank für Ihren lustigen Artikel.

    Zur Kenntnisnahme: Die "Rot-Grünen Verballanzen" richten sich nicht gegen Globalisierung, sondern kämpfen für eine faire globale Handelspolitik, die sich auch positiv auf die Perspektiven der ärmsten Länder dieses Erdenballs auswirken wird. Vielleicht hätten dann auch die Leute Lust, in Aktien vom Firmen zu investieren, wenn diese Umweltbewusstsein, fairen Handel, nachhaltige Agrarwirtschaft, höchsten Verbraucherschutz und Arbeitnehmerschutz, Bewahrung von bezahlbarem Wohnraum in Innenstädten usw. belegbar garantieren.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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