Der Anlagestratege
Deutschlands Sparer steuern auf die Katastrophe zu

Wolfgang Schäuble freut sich: Deutschland macht Schulden und bekommt dafür mittlerweile Geld! Für Sparer wird das Nullzinsumfeld dagegen immer gefährlicher. Bei gleichem Kurs krachen die Deutschen bald in den Eisberg.
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Jetzt ist es amtlich: Die Bundesrepublik Deutschland muss keine Zinsen auf neu aufzulegende Staatsanleihen zahlen, sondern wird von den Anlegern in den meisten Laufzeitbereichen der Zinsstrukturkurve dafür vergütet, solche Anleihen anzubieten. Selbst für Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit müssen seitens des Staates kaum noch zehn Basispunkte berappt werden.

Für die deutsche Staatskasse und ihren Kassenwart Wolfgang Schäuble ist dies eine fantastische Nachricht. Deutschland macht Schulden und wird dafür noch von den Anlegern bezahlt. Jedermann kann sich vorstellen, welche angenehme Wirkung diese noch vor Jahren völlig unabsehbare Entwicklung auf den Staatshaushalt haben wird.

Wenn man es positiv sehen will, dann könnte man sagen, dass der Euro an dieser Stelle eine mehr als segenreiche Wirkung für seine Mitgliedsstaaten im Allgemeinen und für Deutschland im Besonderen entfaltet. Auch Gegner des Kapitalismus sollten aufjauchzen vor Freude, dass wir in Deutschland nun einen Status ohne Zinsen erreicht haben.

Wer hätte das gedacht: Deutschland ist angesichts der Energiewende bald ein atomfreies und durch die Politik der Europäischen Zentralbank jetzt ein zinsloses Land. Kein Wunder, dass die Bundesrepublik in internationalen Beliebtheitsumfragen so grandios dasteht.

Freilich gibt es keine Rose ohne Dornen und ob der Euro einer Rose vergleichbar ausgefallen ist, dass mögen die Leser jeder für sich beurteilen. Unübersehbar ist aber das Dornengeflecht, welches mit dem Euro eingekehrt ist. So ist etwa das enorm wichtige Thema Altersvorsorge, das ganz überwiegend am Zins hängt, in seiner bisherigen Struktur existenziell gefährdet. Unschwer lässt sich erahnen, wie es um ein System bestellt ist, das ganz überwiegend von Zinseinkünften genährt wird.

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Kommentare zu " Der Anlagestratege: Deutschlands Sparer steuern auf die Katastrophe zu"

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  • Das geschorene Schaaf ist selber schuld, wenn es friert?
    Also wenn jetzt alle Zinsanleger in den Aktienmarkt stürzen, dürfte das die Kurse freuen. Und über höhere Kurse freuen sich dann die Veräußerer und nicht die Käufer. Und egal wer der Besitzer ist, die Ertragslage der Firma bleibt vom Besitzerwechsel unberührt.
    Alle Vorbesitzer haben mit dem höheren Kurs ihren Schnitt gemacht. Der jeweils letzte Besitzer sollte auf die Dividende schauen. Die Kommende und nicht irgend so ein Durchschnitt der letzten 15 Jahre.
    Und wenn der Ertrag reizt - bitte doch!
    Und wenn der Ertrag nicht reizt, dann sollte man sich klar sein, dass man schnell jemanden braucht, der noch mehr zu zahlen bereit ist...
    Sonst wird es nix mit einem Ertrag.
    Dumm sind die Anleger, weil sie es zulassen, dass der Staat (wer ist das?) sich über eine Vermögensinflation entschuldet.

  • Iragendwann in nicht all zu ferner Zeit, wird unserer Politkaste, den Bankgstern und dem sog.
    "Großkapital" der Laden um die Ohren fliegen. Hochmut kommt vor dem Fall und das Erwachen wird
    dann für diese Verbrecher sehr graumsam sein; möchtge nichtg in deren Haut stecken.

  • Ist doch alles nur noch irre. Da werden fast täglich die Deustchen aufgefordert private Vorsorge für ihr Alter zu treffen udn dann wieder....

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