Der Anlagestratege
Griechenland, eine Sisyphos-Arbeit

Griechenland ist für die EU ein Dauerbrenner: Zwar stimmt seine Rückkehr auf den Kapitalmarkt hoffnungsfroh. Doch bleibt die Gefahr, dass der Krisenstaat erneut abstürzt. Deutschland hat schon Schwereres gemeistert.
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Frau Merkel hat ihre ostentativ von Harmonie und Zuversicht geprägte Griechenlandreise beendet und die Europawahlen stehen vor der Tür. Ihre kontroverse damalige Entscheidung, die Eurydike namens Hellas als Orpheus (Euro-Zone) aus dem ökonomischen Orkus herauszuholen setzt sie damit konsequent fort. Das muss sie auch, denn auf dem Weg zum Licht darf man sich nicht umschauen, sonst misslingt die Rettung, wie wir aus dem homerischen Mythos wissen.

Wenn man bedenkt, mit welcher Abscheu Staatsanleihen Griechenlands während der Finanzkrise betrachtet wurden, dann kann man die jüngste Anleiheemission nur als grandioser Erfolg werten. Noch im Jahr 2011 betrug die Rendite für zehnjährige griechische Staatsanleihen rund 30 Prozent. Heute zahlt Hellas gerade noch gut sechs Prozent. Jene Untergangspropheten, die in der Finanzkrise das Ende von Marktwirtschaft und Demokratie in Westeuropa zu erkennen meinten, können nur staunend die Dynamik der Finanzmärkte zur Kenntnis nehmen.

Fürwahr, die Spielregeln sind heute nicht mehr die gleichen, die noch vor der Krise Gültigkeit besaßen. Heute weiß jeder Anleger, nach welchem Spielplan weltweit verfahren wird und die Zinssparer können davon ein besonderes Lied in Moll singen. Den Notenbanken kommt dabei die entscheidende Rolle zu. Sie vermögen allen von der Krise betroffenen Ländern hinreichend Kredit und Zeit zu verschaffen, um der unmittelbaren Insolvenzgefahr zu entgehen.

Ob aber die betroffenen Länder wie zum Beispiel Irland, Portugal, Spanien und Griechenland durch Reformen zu ausgeglichenen Haushalten und Leistungsbilanzen, Wirtschaftswachstum und sinkenden Staatsverschuldungen gelangen, liegt ganz überwiegend an den Ländern selbst.

Das Urteil der Finanzmärkte zu dieser Frage lässt sich an den Währungs- und vor allem den Bondmärkten ablesen. Hier hat sich Erstaunliches getan, wenngleich nicht übersehen werden darf, wie sehr der Staatsanleihemarkt durch staatliche Regelsetzung mittlerweile manipuliert ist. Die großen, das heißt systemrelevanten Banken werden geradezu genötigt, Staatsanleihen in gigantischem Umfang zu kaufen und zu halten. Angesichts der EZB-Politik ist das auch gar kein schlechtes Geschäft für die Kreditinstitute.

Derweil hat sich an den Währungsmärkten die Einschätzung verfestigt, dass der Euro volle Rückendeckung durch die Staaten der Eurozone besitzt und sein Verschwinden nahezu ausgeschlossen ist. Zwar ist der Euro gemessen an den selbst gesetzten und im Vertrag von Maastricht niedergelegten Zielen eine Schwachwährung, gleichwohl hat er sich gegenüber anderen Währung als stark erwiesen.

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  • einem
    Dr. Christoph Bruns Aus Chicago

    Der Ballast, den Griechenland für die Eurozone darstellt, den hatte Deutschland bereits mit der vormaligen DDR zu schultern, allerdings in wesentlich größerem Umfang.

    Sollte übrigens die Sanierung der DDR unter westdeutscher Kuratel zum Modell für die Sanierung Griechenlands dienen,...



    Mr.,
    in der DDR herrschen die gleichen Zustände wie 1989,
    der einzig Unterschied, die Infrastruktur ist auf dem aller neuesten Stand.
    Die DDR wird mit 17,0 Mrd./Jahr (3 Mrd. aus Brüssel) von den Bonner WESTEN Subventioniert + jeder Arbeitsplatz in der Ostzone wird bei < 30% Leistungsniveau mit >70% zwangsläufig Subventioniert.
    Rentner? der gewaltigste Betrug an den Bundesdeutschen.

    als pdf dazu die IWH Studie Solidarpakt 2 - (ist zweimal aus dem Netz genommen worden, 1. Veröffentlichung gesichert)

    hier:
    http://tinyurl.com/bmjz8hq


    GRIECHENLAND:
    Zusammen mit den offenen Rechnungen des Staates und den ausstehenden Steuerrückerstattungen zeigt sich sogar eine Lücke von -32,830 Mrd. Euro.
    Laut Eurostat betrugen in Q3 2013 die Bruttostaatsschulden 171,8% des nominalen BIPs, in der Projektion von AMECO (Datenbank der Europäischen Kommission) sind es Ende 2013 177,3%.
    steht ein sinkendes nominales BIP gegenüber,
    Fortschritte?:



    BELGIEN und der US $:
    "Offiziellen Zahlen zufolge belaufen sich die Anleihebestände Belgiens aktuell auf 341 Mrd. USD. Damit hätte der kleine westeuropäische Staat in nur drei Monaten Anleihen im Wert von 140 Mrd. USD erworben. Bei einem Land, das 2012 über ein BIP von 375,9 Mrd. Euro verfügte"


    besetztes Feindland DE:
    .... sondern stattdessen „aus Sicherheitsgründen“ im Gegenteil 1000 Tonnen der derzeit etwa 1050 in Deutschland befindlichen Tonnen nach London verbringen.

    1.000t Gold dieser "WEST-Nazis" im (März 2014)
    *klammheimlich gestohlen - mit Bandenstrukturen!*


    Nepper - Schlepper - Bauernfänger
    sind Straftaten in diesem Land - Mr.!

    ---> (Löschen) frei!

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