Der Anlagestratege
Merkels Zwischenbilanz

Willy Brandt steht für Versöhnung, Helmut Kohl für Wiedervereinigung – und Angela Merkel? Sie kann internationale Diplomatie. Dabei gilt für Merkel wie für ihre Vorgänger: Was misslingt, verblasst zum Glück mit der Zeit.
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Ökonomisch betrachtet steht die Bundesrepublik Deutschland gegenüber vielen ihrer europäischen Nachbarstaaten derzeit prächtig da. Nicht wenige dieser Länder befinden sich noch im Krisenmodus. Allgemein wird Deutschland bewundert für seine wirtschaftliche Prosperität bei gleichzeitiger politischer Stabilität. Bundeskanzlerin Angela Merkel sonnt sich im Glanze dieser Entwicklung, die noch vor gut fünfzehn Jahren für völlig ausgeschlossen gehalten wurde.

Wenn die Kanzlerin Glück hat, wird sogar der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft in einigen Jahren Fest mit ihrem Namen verbunden sein. Immerhin hat sie das Geschick gehabt,  im Moment des Triumphes dort gestanden zu haben, wohin das grelle Licht der Kameras leuchtete.  

Es mag noch zu früh sein, um jene politische Entwicklung zu benennen, für die Frau Merkel dereinst in die Annalen eingehen wird. Nach meinem Dafürhalten bietet sich die Energiewende als erstrangiger Kandidat an. Dabei sind Parallelen zu Merkels Ziehvater, Altkanzler Helmut Kohl, nicht zu übersehen. Der Pfälzer steht heute wie kein Zweiter für die volle Verwirklichung der deutschen Einheit, die freilich seine Erfindung nicht war. Derweil ist der Rest seiner Kanzlerschaft im Auge der Geschichte weithin verblasst.

Ebenso wenig wie Helmut Kohl gezielt auf die deutsche Wiedervereinigung hingearbeitet hat entsprang die Vision einer Energiewende der jetzigen Kanzlerin. Tatsächlich ist die Energiewende ein Kind der ersten rot-grünen Regierung unter Kanzler Schröder, der seinerseits gegenüber den Grünen mit der Energiewende eine Konzession machen musste. Aber die Bundeskanzlerin hat sich die Energiewende zu Eigen gemacht, indem sie seit vielen Jahren maßgeblich an der Fortentwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EGG) federführend herumfuhrwerkt.

Der Höhepunkt dieser undurchdacht wirkenden Stocherei war der Express Atomausstieg nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, die ihrerseits kurz nach dem Unfall von Fukushima stattfanden. Das Interessante an diesem Moment besteht darin, dass Frau Merkel damals ganz entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheiten von einer Hysterie erfasst wurde.

Während das abwartende Kalkulieren und emotionslose Taktieren zu den großen Stärken der Bundeskanzlerin zählt, hatte ihr i.d.R. sachlicher Kompass damals einen Black-Out. Heute wissen wir, wie weitreichend und vor allem teuer die unbedachten Konsequenzen der Energiewende sind, ob sie gleich in ihren gesamten Auswirkungen noch immer nicht endgültig abzusehen sind.

Kommentare zu " Der Anlagestratege: Merkels Zwischenbilanz "

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  • @Billy Jo

    Und Angela Merkel? Die steht für überhaupt nichts.
    Und sie wird auch in Zukunft für nichts stehen.

  • Drei wesentliche Themen sind für mich untrennbar mit Frau Merkel verbunden:

    1. eine inkompetente und bald in Gänze gescheiterte Euro-Rettung, die den Sparern, Steuerzahlern und zukünftigen Generationen noch jahrzehntelang schwere Lasten aufbürdet.

    2. eine übereilte und nicht mal ansatzweise durchdachte Energiewende, die die Stromzahler, Steuerzahler und zukünftige Generationen noch lange abbezahlen müssen und die den Standort Deutschland immer mehr belasten wird.

    3. und eine komplette Entkernung und sozialdemokratisierung der Union, die dereinst mal für Wirtschaftskompetenz stand und nach ihrem Abgang als seelenloser Zombie vom Wähler hart bestraft werden wird.

    Fazit: aussenpolitisch hat sie dem Ansehen Deutschlands mehr genutzt, als geschadet. Im Inneren ist ihre Bilanz ein Desaster.

  • Merkel kann eines...auf Kosten des deutschen Volk IHRE "Mutti-Image" zum Vorteil ihres Machterhalts zu pflegen.
    Die egoistische Machterhaltung der Merkel steht gegen das Wohl des deutschen Volk.

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