Der Anlagestratege: Nach sechs Jahren Aktienhausse ist guter Rat teuer

Der Anlagestratege
Nach sechs Jahren Aktienhausse ist guter Rat teuer

Deutschland wirkt wie die Titanic. Im Glauben an die Unsinkbarkeit des Staates wollen die Menschen von Rettungsbooten wie etwa Aktien nichts hören. Wichtige Ertragschancen gehen verloren.
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Schicken wir das Positive vorweg: Immerhin hat Deutschland eine insgesamt konsistente Aktienkultur. Denn auf allen Ebenen, wo man die Beteiligung der Menschen an der Wirtschaft voranbringen könnte, wird dies recht konsequent unterlassen. Jüngstes erschreckendes Beispiel ist eine neue Studie des Beratungsunternehmens Towers Watson.

Dabei wurde untersucht, wie hoch die Aktienquoten in den Pensionsvermögen der großen Aktiengesellschaften ausfallen. Ergebnis: Selbst die DAX-Unternehmen sind ganz überwiegend zinslastig investiert und haben gerade einmal 24 Prozent ihrer Langfristanlagen in Aktien angelegt. Im Vergleich mit großen Aktiengesellschaften außerhalb Deutschlands beträgt die Aktienquote nur knapp die Hälfte dessen, was international üblich ist.

Ist dies also die Anlageweisheit der gut bezahlten Finanzvorstände in den DAX-Gesellschaften? Den Anlegern ist nochmals eindrücklich in Erinnerung zu rufen, dass Aktien in langfristigen Renditevergleichen hinsichtlich des Vermögenszuwachses stets am besten abschneiden. Aber um die Vorteilhaftigkeit der Aktienanlage zu ernten, müssen allerdings die guten Aktienjahre mitgenommen werden. Die große Kunst der Aktienanlage besteht indessen darin, den Problemphasen bzw. Problemthemen (Neuer Markt, Rohstoff-Superzyklus, Solarboom und so weiter) vorausschauend auszuweichen.

In Deutschland sieht man es allerdings überwiegend diametral anders. Dort wird nicht das erste Moment der Renditeverteilung (Rendite) mit Priorität betrachtet, sondern stets das zweite Moment einer solchen statistischen Wahrscheinlichkeitsverteilung (Varianz der Renditen) priorisiert. Mittlerweile hat dies nachgerade zu einer Aktien-Paranoia geführt.

Die Gleichsetzung von Pessimismus und Risikomanagement spielt hierzulande eine kulturbestimmende Rolle. Dabei ist - genau besehen - angesichts der negativen Realzinsen gar nicht mehr klar, ob die traditionellen Risikobegriffe überhaupt noch sinnvoll gelten können. Man sollte in diesem Zusammenhang den Ausdruck von der „neuen Normalität“, die sich seit der amerikanischen Subprime-Krise eingestellt hat, durchaus ernsthaft bedenken. Jedenfalls hat mittlerweile das alte Bonmot ins Schwarze getroffen, demzufolge es zwar ein Risiko ist, Aktien zu besitzen; es aber ein noch viel größeres Risiko darstellt, keine Aktien zu besitzen.

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Bald werden viele über ihr Anlageleid klagen

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  • Ja und?
    Wie viele Börsenexperten gibts unter den Deutschen? Keine gute Idee, auf aktuellem Stand massiv auf DAX und Co zu setzen.
    Vielleicht die Experten a la Floßbach oder bessser noch Gross/Pimco? Auch überwiegend gescheitert.
    Dann also doch selbermachen? Bei der Wissensbasis des Durchschnittsdeutschen?
    Sie hätten sich den Kommentar schenken können.

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