Der Anlagestratege
Von Börsenrekorden nicht irre machen lassen!

Ein Börsenhöchststand jagt den nächsten. Das ist kein Ausnahmezustand, sondern liegt in der Natur der Sache. In zehn Jahren sollte der Dax bei 20.000 Punkten stehen.
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Von der ständigen Verkündung neuer Börsenkurshöchststände sollten sich die Anleger nicht irre machen lassen. Kurshöchststände sind keineswegs so sensationell wie etwa neue Höchstleistungen im Sport oder in der Technik. Während nämlich dem Sportler physische und der Technik physikalische Grenzen gesetzt sind ist es genau besehen eine Banalität, festzustellen, dass gute Unternehmen im Laufe der Zeit wertvoller werden.

Tatsächlich ist dies und nichts anderes das primäre Ziel jedes börsennotierten Unternehmens. Und die meisten Unternehmen erreichen ihr Ziel auch, nicht zuletzt mit Hilfe angemessener Incentivierung der Vorstände.

Mit solcher Nüchternheit betrachtet ist es dann gar nicht mehr so aufregend, den Dax in der näheren Zukunft die Marke von 10.000 Punkten erreichen zu sehen. Tatsächlich dürfte der Dax in zehn Jahren von heute, sofern sich die Wirtschaftsgeschichte nicht radikal anders verhält als in den letzten 100 Jahren, bei ungefähr 20.000 Punkten stehen. Das entspräche einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von gut sieben Prozent und läge damit ungefähr im Bereich dessen, was man von Aktienanlagen konservativerweise langfristig erwarten darf.

Zugleich darf man sicher sein, dass die kommenden zehn Jahre gute und schlechte Börsenjahre und auch Krisen aufweisen werden. Kluge Anleger werden schwache Börsenjahre zu Käufen nutzen und nach starken Haussephasen das Realisieren von Gewinnen nicht vergessen. Wer solcherlei antizyklische Regeln befolgt besitzt berechtigte Aussichten auf durchschnittliche Jahresrenditen, die deutlich oberhalb der genannten sieben Prozent liegen dürften.

Wie sich also zeigt, ist die Beteiligung an der Wirtschaft qua Aktie kein Hexenwerk sondern ökonomische Vernunft in Reinform. Leider hat uns das zu Ende gehende Jahr einmal mehr bestätigt, wie gering das Interesse der Deutschen an einer Beteiligung an der Wirtschaft ist.

Wie in anderen Lebensbereichen auch bedarf es wahrscheinlich des Eintritts einer Krise oder gar Katastrophe, um auf diesem Gebiet eine lange schon überfällige kollektive Verhaltensänderung herbeizuführen.

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Weil sie das Gute nie gekannt...

Kommentare zu " Der Anlagestratege: Von Börsenrekorden nicht irre machen lassen!"

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  • Bei solchen Artikelbeiträgen ist es wie mit dem Wetterbericht: Jeder schaut sich ihn an, jeder kann mitreden, aber keiner nimmt ihn Ernst.

  • das wir glatt durch die 10.000 durchgehen, glaubt doch keiner ernsthaft...

  • Jetzt wo sie 10000ter Marke noch nicht erreicht ist, fabuliert man schon von der 20000ter Marke.
    Ein guter Hinweis, das man erst über 5000 geht, um irgenwann auch mal wieder bei 10000 zu sein. Von 20000 reden wir dann später.

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