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11.09.2007 
Hypothekenkrise

Anleger retten sich ins Gold

von W. Drechsler und R. Palm

In einer fulminanten Rally ist der Goldpreis aus seiner bisherigen Handelsspanne nach oben ausgebrochen. Doch das Edelmetall profitiert nicht nur vom steigenden Dollar. Im Zusammenhang mit der Hypothekenkrise in den USA gilt Gold als sicherer Hafen. Und inzwischen gibt es neue Anlageinstrumente, die Anlegern direkte Investitionen in das Edelmetall ermöglichen.

Goldbarren: Anleger müssen das Edelmetall nicht unbedingt physisch kaufen. Foto: dpaLupe

Goldbarren: Anleger müssen das Edelmetall nicht unbedingt physisch kaufen. Foto: dpa

KAPSTADT / DÜSSELDORF. In London kostete Gold am gestrigen Montag rund 705 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). In Marktkreisen wird nun zunächst mit einem Test des 27-Jahreshochs von 730 Dollar gerechnet; diesen Stand hatte das Edelmetall im Mai 2006 erreicht. Erste Experten sehen den Preis aber bereits bei 800 Dollar. Noch Mitte August war Gold weniger als 650 Dollar wert.

Ausgelöst wurde der Preissprung durch mehrere Faktoren. Besonders profitiert Gold zurzeit von der Abschwächung des US-Dollars. Traditionell bewegen sich die Kurse von Dollar und Gold entgegengesetzt. Die US-Währung war schon am Freitag durch unerwartet schlechte Arbeitsmarktdaten unter Druck geraten; es war der erste Rückgang der Beschäftigung in den USA seit Oktober 2003.

„Interessant dürften jetzt die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA am Donnerstag werden“, meint Mark Augustynak, Edelmetallhändler bei Natixis in London. Zudem stünden am Freitag mit Daten zur Industrieproduktion, zu den Einzelhandelsumsätzen und zum Verbrauchervertrauen weitere wichtige US-Wirtschaftsindikatoren an. Diese Daten könnten den Dollar weiter unter Druck bringen. „Der starke Verlust des US-Dollars gegenüber den wichtigsten Leitwährungen gab dem Goldpreis den entscheidenden Schub, um die 700-Dollar-Marke zu überwinden“, unterstreicht auch Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank.


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„In Verbindung mit einem sehr festen Ölpreis hat dies auf dem Goldmarkt massive Käufe ausgelöst“, hat Wolfgang Wrzesniok-Rossbach von der Heraeus Metallhandelsgesellschaft beobachtet. Damit wird Gold einmal mehr seiner Rolle als „sicherer Hafen“ gerecht. Denn die hohen Rohölnotierungen schürten Sorgen über die Inflation. Dies wiederum ist positiv für Gold, da es als Absicherungsinstrument gegen Inflation gilt.

Als sicherer Hafen gilt Gold zudem im Zusammenhang mit der Hypothekenkrise in den USA. „Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben zu einer Umschichtung in Staatsanleihen und Edelmetalle geführt“, kommentiert Eberhardt Unger vom unabhängigen Analysehaus Fairesearch die Entwicklung. Er sieht als nächstes Preisziel nun die Marke von 800 Dollar je Feinunze.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: An warnenden Stimmen fehlt es nicht.

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