Der Investor Jim Rogers ist unter den Verfechtern der Rohstoffhausse ein Mann der ersten Stunde. Er glaubt, dass der Aufschwung noch viele Jahre anhalten wird, und setzt daher auf Agrarrohstoffe. Diese Vorliebe setzt er medienwirksam ins Bild: Auf Anzeigen posiert er mit Hosenträgern, vor ihm auf dem Tisch Maiskolben und andere Feldfrüchte. Die Langfristanalysen hat der Milliardär aus New York auf seiner Seite: Keine andere Rohstoffkategorie hat so viel Nachholbedarf, ist inflationsbereinigt so weit von ihren historischen Höchstpreisen entfernt wie die Gruppe der Agrarprodukte.
Rogers ist seit 1980 Privatier und hat auf mehrjährigen Reisen die Welt gut beobachtet. In den Schwellenländern konnte er die Wachstumspotenziale hautnah spüren. Und er hat zugehört, als führende Politiker in Peking die Versorgung der heimischen Bevölkerung als eine der dringlichsten Aufgaben bezeichneten. Versorgung heißt hier auch: Grundbedürfnisse wie Essen und Trinken sicherstellen. Dafür touren Chinas Offizielle durch die Welt. Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, haben sie etwa landwirtschaftliche Nutzflächen in Südamerika gekauft und mit den Ländern Afrikas und Südamerikas Verträge über Rohstofflieferungen vereinbart.
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Der Kauf von Agrarflächen reicht aber nicht, um 1,3 Milliarden Chinesen und mehr als eine Milliarde Inder zu ernähren. Dafür müssen die landwirtschaftlichen Areale intensiver genutzt werden. Das ist schwieriger denn je. Seit einigen Jahren häufen sich die Meldungen über Dürren, Überschwemmungen und Waldbrände. Land- und Forstwirtschaften etwa in Australien, Nordamerika, Asien und auch Europa leiden – Ernteausfälle sind ein Riesenthema.
Nicht nur Öko-Freaks, auch seriöse Wissenschaftler beklagen heute den Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Die Menschheit verbrennt Öl, Kohle und Gas, schleudert dadurch Kohlendioxyd (CO2) in die Welt und verwandelt die Erde in ein Treibhaus. Kritische Geister wie der Querdenker Marc Faber haben sich dazu ihre eigenen Gedanken gemacht (siehe Interview). Der Vermögensverwalter wittert Chancen für Anleger, obwohl er die Kurse an den Aktienbörsen und die Rohstoffpreise als anfällig einstuft. Korrekturen hält er durchaus für möglich, insbesondere bei Industrierohstoffen. Die Klimaveränderung ist aber auch für ihn ein wichtiges Thema. „Wenn sich das Klima ändert, dürfte es zu Missernten kommen, die dann auch die Agrarpreise treiben“, sagt er. Seine konkrete Empfehlung: „Baumwolle und Zucker etwa sind im historischen Vergleich noch billig.“
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