In der Bestandsaufnahme aus wissenschaftlicher Sicht sind Agrarrohstoffe zwar unmittelbar vom Klimawandel betroffen. Insgesamt sind jedoch zwei Drittel aller Ökosysteme weltweit in einem Zustand fortgeschrittener oder anhaltender Zerstörung. Zu diesem Ergebnis kommt die von UN-Generalsekretär Kofi Annan 2001 in Auftrag gegebene Studie zum Zustand der Ökosysteme. Mit dem Aufbruch der Schwellenländer und im Zuge der Globalisierung steigt der Bedarf an Ressourcen rapide. Die Bedrohung der Ökosysteme könnte die Einhaltung der von der UN ausgegebenen „Millennium-Entwicklungsziele“ – nämlich den Sieg über Hunger und Seuchen – gefährden.
Jeden Tag werden auf der Erde rund 70 Millionen Tonnen Schwebstoffe in die Atmosphäre geblasen. Auf Eisenwaggons verladen, entspricht diese Menge einem Güterzug mit einer Länge von fast 40 000 Kilometern – also ungefähr dem Erdumfang am Äquator. Zu den Folgen gehören extreme Witterung, Wirbelstürme, Dürren, ein Anstieg des Meeresspiegels durch das Abschmelzen von Gletschern und andere Katastrophen. Eine solche Erderwärmung hat es vermutlich seit 1 000 Jahren nicht gegeben“, sagt Professor Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität in Kiel.
» Börsen-Tops und Flops auf einen Blick
Seiner Beobachtung nach gibt es heute kaum noch Wissenschaftler, die an der Klimabedrohung durch die Folgen der Verbrennung fossiler Energieträger zweifeln. Unter dem Dach der UN hat die internationale Staatengemeinschaft nach Wegen gesucht, statt mit Gesetzen und Vorschriften die Risiken mit marktwirtschaftlichen Instrumenten zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind bisher ernüchternd. „Wir hätten 10 bis 15 Jahre früher beginnen müssen“, sagt Rick Samans vom Weltwirtschaftsforum.
Mit der Klimarahmenkonvention der UN und dem Kyoto-Protokoll ist bereits vor Jahren eine völkerrechtlich verbindliche Regelung zur Senkung schädlicher Treibhausgase entstanden, die im Handel von Emissionsrechten mündet. Damit hat die Umwelt zum ersten Mal einen Preis bekommen. Die Botschaft lautet: Das „Gut Umwelt“ ist nicht umsonst zu haben.
Lesen Sie auch in diesem Special:
» 1982, 1987, 1993, 1997/1998, 2000, 2001: Sternstunden der Antizykliker
» Marc Faber im Interview: Eigentlich sind alle Vermögenswerte teuer geworden
Lesen Sie weiter auf Seite 6: Anleger müssen offensiv mit dem Thema umgehen

