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14.01.2009 
Börsen-Baisse

„Auf die Krise folgt der Kollaps“

von Ingo Narat

Dem katastrophalen Aktienjahr 2008 wird ein ruhigeres 2009 folgen. Das zumindest erwarten die meisten Bankenexperten. Doch nicht alle Experten teilen den vorsichtigen Optimismus. Eine Gruppe von Querdenkern sagt den Märkten noch viel turbulentere Zeiten voraus. Sie erwarten eine schlimmere Depression als in der Weltwirtschaftskrise 1929.

Menschenmengen belagern im Oktober 1929 das Börsengebäude in der New Yorker Wall Street. Dem Crash am Aktienmarkt folgte die schwerste Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts. Pessimisten sehen in der aktuellen Phase viele Parallelen zu damals. Foto: apLupe

Menschenmengen belagern im Oktober 1929 das Börsengebäude in der New Yorker Wall Street. Dem Crash am Aktienmarkt folgte die schwerste Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts. Pessimisten sehen in der aktuellen Phase viele Parallelen zu damals. Foto: ap

Die Berufsprognostiker haben das Jahr 2009 zum Jahr der Börsenentspannung gekürt. Der Konsens unter Bankenanalysten und Ökonomen lautet: Die Kreditmärkte entspannen sich, die Rettungs- und Stimulierungsprogramme beginnen zu wirken, Aktien haben den Boden gefunden und steigen leicht, die Staatsanleiherenditen gehen moderat nach oben. Das belegen jüngste Umfragen.

Jenseits dieser Mehrheitsprognosen meldet sich eine Minderheit zu Wort, die einer anhaltenden Krise und Rezession das Wort redet. Einer der prominentesten Vertreter dieser Gruppe ist der New Yorker Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini. Er warnte schon früh vor den Problemen in den USA und ist deshalb zu einer Art Star in der internationalen Finanzgemeinde aufgestiegen.

Kritiker wie Roubini stellen jedoch nicht die düstersten Ausblicke vor. Das bleibt absoluten Querdenkern vorbehalten. Das Handelsblatt sprach mit drei Experten in Cannes, Kopenhagen und Rhinebeck (USA). Diese erwarten eine Depression wie zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise in den 30er-Jahren - mit teilweise noch heftigeren Verwerfungen. Die Szenarien ähneln sich. Stichworte sind: Konjunktureinbrüche, Firmenpleiten, rasant wachsende Arbeitslosenzahlen, fallende Preisniveaus und damit Deflation, soziale Spannungen, Zahlungsausfälle von Staaten. Meist erwarten die Querdenker in späteren Zeiten eine hoch inflationäre Periode als Folge der massiven Geldmengenausweitung.

Für Gerald Celente , Gründer des Trends Research Institute in den USA, "folgt auf die Krise 2008 der Kollaps 2009". Er stellt dem ermutigenden Slogan "Yes, we can" des künftigen US-Präsidenten Barak Obama ein ebenso entschiedenes "No, we can't" entgegen. Seiner Ansicht nach werden die Stimulierungsprogramme ihr Ziel verfehlen.

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