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19.12.2007 

Neben vielen Argumenten für die Dividendenstrategie gibt es allerdings auch einige, die dagegen sprechen. Zum einen ist die Dividende ja keineswegs sicher. Wenn ein Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, kann sie ganz schnell gekürzt werden. Daher sollte man das Argument, sie sichere das Kursniveau ab, nicht allzu wörtlich nehmen. Auch wäre ein Vergleich mit Anleihen irreführend. Es ist richtig: Manche Aktien werfen mehr Dividendenrendite ab als viele Anleihen. Aber bei den Anleihen weiß man, dass die Zinsen durchgezahlt werden und man am Ende das Kapital zu 100 Prozent zurückbekommt, so lange der Emittent der Anleihe nicht pleite geht. Bei Aktien weiß man weder das eine noch das andere.

Ein weiterer Punkt: Manche Aktien sind ewige Dividendenstars einfach deswegen, weil ihr Kurs nicht von der Stelle kommt. Die Deutsche Telekom ist so ein Beispiel. Zum Teil lässt sich eine hohe Dividendenrendite auch so interpretieren, dass der Markt den betreffenden Titeln misstraut. Manchmal haben vor allem kleinere Werte plötzlich extrem hohe Dividendenrenditen, wenn die Angst den Markt überfällt und ihr Kurs nach unten geprügelt wird. Kein Zufall ist daher auch, dass sich vor allem auf der WGZ-Liste zum Euro Stoxx jede Menge Banken befinden. Diese Branche ist traditionell ohnehin meist recht niedrig bewertet. Die Finanzkrise hat die Kurse noch weiter gedrückt. Wer heute auf die Dividendenstrategie vertraut, setzt daher im Prinzip auf eine Erholung im Finanzsektor und einen halbwegs glimpflichen Ausgang der Krise.


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Sollte man deswegen eine Auswahl betreiben und nur einen Teil der Titel mit hoher Ausschüttung kaufen? Vielleicht. Aber auf diese Weise käme eine sehr beliebige Mischstrategie zustande. Ein Vorteil von Verfahren wie der Dividendenstrategie liegt aber gerade darin, dass sie quasi mechanisch funktionieren und persönliche Bedenken und Vorlieben, mit denen man dann häufig doch nur dem Markt hinterher läuft, ausblenden. Besser wäre also wohl, die Strategie konsequent zu verfolgen, aber eben nur mit einem begrenzten Anteil des Depots.

Wer nicht zuviel Geld in diese Strategie stecken will oder sich die Arbeit von Profis abnehmen lassen will, kann auch einen Fonds wählen. Es gibt seit schon seit Jahren entsprechend gestrickte Produkte, die teilweise sehr gute Erfolge erzielt haben. Der Fonds ermöglicht den Einstieg mit kleinen Summen, kostet freilich auch Gebühren. Die Beratungsfirma Fonds-Consult hat zur Dividenden-Strategie zwei Fonds auf ihrer Empfehlungsliste: den BWI-Dividenden-Strategie Euro (WKN 978941) und den Meag Euro-Invest (975433). Beide sind Klassiker mit jeweils exzellentem Rating der Agentur Morningstar, die vor allem in europäische, große Aktien mit starker Dividende investieren, aber auch Papiere kleinerer Unternehmen beimischen; ein Schwerpunkt sind jeweils die Finanzwerte. Für beide empfiehlt Fonds-Consult eine Anlagedauer von mindestens fünf Jahren. Die Top-Position beim BWI-Fonds ist nach der letzten Aufstellung BASF, beim Meag-Fonds die spanische Telefónica.


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