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30.01.2008 

Die Fachzeitschrift „Euromoney“ hat ausgerechnet, dass die Banken im vergangenen Jahr weltweit ein Vermögen von 5,2 Billionen Euro für wohlhabende Privatkunden verwaltet haben. Das war mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Diese gigantische Summe entspricht der Wirtschaftsleistung von Deutschland, Großbritannien und Frankreich zusammen. Weltweit stiegen die Nettoeinnahmen der Geldhäuser aus dem Privatbankgeschäft um beachtliche 44 Prozent. Das größte Stück vom Kuchen schneiden sich UBS, Citigroup, HSBC und Credit Suisse ab. Die Deutsche Bank liegt auf dem fünften Platz. Weiter unten in der Rangliste tummeln sich Hunderte von kleinen, feinen Privatbanken.

Doch aus Sicht der Kunden ist durchaus nicht alles Gold, was glänzt. Während die großen Banken im Verdacht stehen, die Depots ihrer vermögenden Privatkunden mit eigenen Investment-Produkten vollzustopfen, hängt bei kleinen Banken die Qualität oft an einem einzelnen Berater.

„Ich habe über die Jahre mit einer ganzen Reihe von Privatbanken zu tun gehabt“, sagt ein Ex-Investmentbanker, der sich der Peers-Gruppe angeschlossen hat, um Erfahrungen mit anderen Vermögenden auszutauschen. „Manchen geht es wirklich nur darum, so viel an Kommissionen wie irgend möglich aus den Kunden herauszuziehen“, kritisiert er die eigene Zunft.

Der Banker im Ruhestand – auch er will lieber anonym bleiben – hat sich Peers angeschlossen, um neue Ideen zu finden. Positiv überrascht war er von der guten Mischung in der Gruppe: Ehemalige Banker und Unternehmer, Erben und Selfmade-Millionäre, Endzwanziger und Mittsiebziger, etwa ein Drittel Frauen. Und nur eine Minderheit Engländer – die reden wohl nicht so gerne über Geld, wie Claessens mutmaßt.

Der holländische Gründer der Gruppe ist ein eher unauffälliger Mann mit Halbglatze und randloser Brille und der Gelassenheit, die ein großes Vermögen verleiht. Die Begegnung findet in einem nüchternen Konferenzraum einer kleinen Fondsgesellschaft im Londoner Westend statt, an der er beteiligt ist. Claessens ist von der Idee der Peer Group überzeugt, dem organisierten Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten, aus dem er schon mehrfach in seinem Leben Nutzen gezogen hat.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die strengen Regeln der Gruppe

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