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30.01.2008 

Kommerzielle Interessen verknüpfe er mit seinem Engagement nicht, beteuert der bedächtig formulierende Mann. Anders als ähnliche Millionärsgruppen in den USA verlangt Peers keine Mitgliedsbeiträge. Ein geprüftes Vermögen von mindestens fünf Millionen Pfund (6,7 Millionen Euro) ist die einzige Voraussetzung.

Den Start mit ein paar Rundschreiben, Anzeigen und Pressemitteilungen habe er mit eigenem Geld angeschoben, sagt Claessens. Er sei offen für Sponsoren, die Kosten für Veranstaltungen oder Verwaltung übernehmen wollten. Doch in Abhängigkeiten wolle er sich nicht begeben: Vortragen darf nur, wer ein maßgeschneidertes, originelles Anlageprodukt für die exklusive Klientel zu bieten hat – oder interessante Forschungsergebnisse und nutzwertige Informationen. Für 08/15-Präsentationen ist die Zeit der Peers-Mitglieder zu kostbar. Aus den Vorträgen soll mit der Zeit eine Art „Handbuch für Vermögensverwaltung“ entstehen. Zusätzlich erhofft sich Claessens konkreten finanziellen Nutzen für die Mitglieder, zum Beispiel durch niedrigere Provisionen. Außerdem könnten sie gemeinsam investieren und so zum Beispiel Zugang zu Hedge-Fonds bekommen, die oft 50 Millionen Dollar Mindesteinlage verlangen.

Wohin sich die Gruppe entwickelt, will Claessens offenlassen. „Es haben sich einige Leute aus dem Ausland gemeldet, die nicht zum monatlichen Treffen nach London kommen wollen“, sagt er. Sie hält er über einen E-Mail-Verteiler auf dem Laufenden. „Aber ich hätte auch kein Problem damit, wenn zum Beispiel jemand einen Ableger in Deutschland aufmachen wollte.“


Das Geschäft mit dem großen Geld

Gute Kunden
Der globale Wirtschaftsboom hat die Vermögen in privater Hand gewaltig steigen lassen. Die meisten Reichen residieren laut Fachmagazin „Euromoney“ mit einem Anteil von knapp 42 Prozent noch immer in Europa, gefolgt von Nordamerika mit 38 Prozent. Doch die höchsten Wachstumsraten erzielen die Privatbanker mit Kunden aus den Schwellenländern: 2007 stiegen ihre Einnahmen aus dem China-Geschäft um 138 Prozent; Russland und Indien legten um weit über 80 Prozent zu (s. „Lukrative Neureiche“). Insgesamt verwalteten die Banken 2007 gut 5,2 Billionen Euro für ihre wohlhabenden Privatkunden, 128 Prozent mehr als im Vorjahr.

Leichte Beute
Wer erfolgreich ein Unternehmen aufgebaut oder reich geerbt hat und plötzlich ein Millionenvermögen in Händen hält, ist meist kein Experte in der Vermögensanlage. Trotzdem vergleichen einer Studie des Informationsdienstes „Wealthmonitor“ zufolge nur 30 Prozent dieser Menschen die Angebote der Privatbanken, bevor sie sich an ein Haus binden. 80 Prozent der Millionäre arbeiteten mit einem Vermögensberater zusammen.

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