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30.03.2007 
Private Investoren

Brücke für Private Equity

von Udo Rettberg

Der Markt für Private Equity sorgt nicht nur durch spektakuläre globale Übernahmetransaktionen, sondern auch durch überdurchschnittliche Anlageresultate immer wieder für Schlagzeilen. Zu dieser bislang vor allem dem „großen Geld“ vorbehaltenen Anlageklasse erhalten jetzt auch private Investoren vermehrt Zugang.

Brücke für Private Equity: Auch Privatanleger können in Aktien börsennotierter Private-Equity-Unternehmen investieren. Foto: dpaLupe

Brücke für Private Equity: Auch Privatanleger können in Aktien börsennotierter Private-Equity-Unternehmen investieren. Foto: dpa

FRANKFURT. Jetzt erhalten auch Private Investoren Zugang zum Markt für Private Equity (PE). Sie können zum einen in Aktien börsennotierter Private-Equity-Unternehmen investieren oder aber Produkte auf Indizes erwerben, die die Kursentwicklung dieser Gesellschaften reflektieren.

Die Liste der börsennotierten Unternehmen dieses Wachstumsmarktes – die meist in nichtbörsennotierte Firmen investieren – wird jetzt zum Beispiel durch die an die New York Stock Exchange (Nyse) strebende Blackstone Group verlängert. Andere Unternehmen dieses Wirtschaftszweigs stehen ebenfalls davor, sich dem Anlegerpublikum zu öffnen. Darüber hinaus emittieren die europäischen Banken immer neue so genannte strukturierte Produkte wie Exchange Traded Funds (Indexfonds) oder Zertifikate auf Indizes, die die Kursentwicklung börsennotierter Private-Equity-Gesellschaften abbilden.

Dieser Trend wird von den Akteuren an den internationalen Finanzmärkten auf der einen Seite begrüßt. Auf der anderen Seite treibt er jedoch auch die Mahner in die Offensive, die darin ein eindeutiges Signal für eine möglicherweise bevorstehende Überhitzung der von einer hohen Liquiditätswelle getragenen Finanzmärkte sehen. Die Warnung von David Rubenstein, einem der Mitgründer des amerikanischen Marktführers Carlyle Group, nehmen Marktbeobachter sehr ernst. Rubenstein hatte zuletzt in Frankfurt mit seiner Bemerkung, die Branche könne nicht für alle Zeiten auf dem derzeit hohen Niveau weiterlaufen, für nachdenkliche Mienen gesorgt.


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Ungeachtet dessen hat die Zahl der auf Privatanleger zugeschnittenen PE-Investmentprodukte in den vergangenen Wochen weiter zugenommen. Neu an den Markt kam zum Beispiel das US-Finanzhaus Lehman Brothers mit einer kapitalgarantierten Anleihe und einem Airbag-Zertifikat auf den S&P Listed Private Equity Index. Das Besondere an diesem Index sehen die Experten darin, dass es sich angeblich um den ersten Maßstab im Private-Equity-Bereich mit täglicher Liquidität handelt. Der Index hat in den vergangenen sechs Jahren eine Wertentwicklung von durchschnittlich plus 23 Prozent pro Jahr erreicht. Er bildet die Kurse der 25 am besten bewerteten Aktien der PE-Branche ab. Die Mindestanlage wurde auf 1 000 Euro festgesetzt.

Zuvor hatte ABN Amro ein spezialisiertes Indexzertifikat auf fünf an der Börse in Bukarest gelistete rumänische Private-Equity-Fonds emittiert. Diese regionalen Investmentfonds sind aus ehemaligen Privatisierungsfonds entstanden, die im Jahr 1990 als regionale Private Property Funds gestartet waren. Das Geschäftsfeld der Fonds habe sich indes gewandelt, sagt Funda Tarhan von ABN Amro. Heute hätten sie sich als eigene Investmentgesellschaften aufgestellt, die im Wesentlichen als Private-Equity-Fonds in nicht an der Börse notierte rumänische Unternehmen investierten.

Als Pioniere im Bereich Listed Private Equity haben sich andere einen Namen gemacht. So vor allem die Partners Group, die mit Castle Private Equity bereits im Jahr 1997 einen PE-Fonds an der Börse eingeführt hat. Auch der Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Heinz Zimmermann, der an der Universität in Basel lehrt, ist einer der treibenden Kräfte. Als führender Kopf der LPX GmbH hat er bereits 2005 eine Familie so genannter LPX-Indizes kreiert, mit denen seither die Anlageklasse Private Equity durch börsennotierte Gesellschaften und Fonds dieses Wachstumsbereich abgebildet wird.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Das Interesse an PE-Investments dürfte weiter zunehmen.

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