Auch wenn dann ab dem kommenden Jahr die Karten hierzulande für die Branche neu gemischt werden, so profitiert die Firma davon, dass sie inzwischen längst weltweit vertreten ist. "Zwei Drittel der Centrotherm
-Kunden
befinden sich in Asien, der Großteil davon in China und Taiwan", sagt Harald Rehmet von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dort werden derzeit "gigantische Kapazitäten" aufgebaut. Als Vorteil von Centrotherm
im Vergleich zur Konkurrenz gilt derzeit, dass das Unternehmen kürzere Realisierungszeiten für neue Projekten bietet und allein wegen des Zeitfaktors oft die Nase vor der Konkurrenz hat.
Damit das so bleibt, investiert Centrotherm
kräftig. Neben dem angestammten Geschäft werden derzeit neue Kapazitäten für Teilprodukte zur Silizium-Herstellung aufgebaut. Daneben spielt die Dünnfilmtechnik, die in diesem Jahr laut WestLB -Analysten
"zu einem großen Thema" in der Solarbranche werden soll, eine herausragende Rolle. Weil diese als weitaus effizienter als die bisher verbreiteten mono- und multikristallinen Solarzellen gilt, fließt derzeit ein Gutteil der rund 160 Mill. Euro, die der Börsengang insgesamt einbrachte, in die Entwicklung dieses Bereichs.
Das alles darf indes nicht über das Grundproblem hinweg täuschen, dass die Centrotherm
-Aktie
auf dem gegenwärtigen Niveau als teuer gilt. Schon deswegen trauen die Analysten der Aktie nicht mehr als mehr als das aktuelle Niveau von knapp 60 Euro zu. Hoffnung auf Kurssteigerung besteht nach deren Ansicht erst dann, wenn es dem Unternehmen gelingen sollte, die schon mehrmals angekündigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 15 Prozent zu erreichen. Für das gerade abgelaufene Jahr dürften es nach Ansicht von Analyst Rehmet wohl elf Prozent gewesen sein.

