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25.06.2008 
Gute Zeiten für Aktionäre

Dax-Konzerne sind die Dividendenkönige in Deutschland

von Kora Krause

Großkonzerne schütten für 2007 Rekordsumme an ihre Aktionäre aus. Anlegerschützer sind dennoch skeptisch. Sie befürchten Einbußen durch die Abgeltungsteuer, die ab Januar 2009 fällig wird.

Als einziger DAX-Konzern schüttet Infineon keine Dividende aus. Foto: APLupe

Als einziger DAX-Konzern schüttet Infineon keine Dividende aus. Foto: AP

FRANKFURT. Die deutschen Unternehmen haben für das vergangene Jahr trotz der Finanzkrise so viel Dividende wie nie zuvor ausgeschüttet. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung, die die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gestern präsentierte. Davon profitierten vor allem die Aktionäre der im Deutschen Aktienindex (Dax) gelisteten Unternehmen. Hier stiegen die Dividendenzahlungen um rund 30 Prozent auf knapp 30 Mrd. Euro. Als einziger Dax-Konzern schüttete Infineon nichts aus. Insgesamt zahlten die 30 Dax-Firmen rund drei Viertel der Rekordsumme von 43,8 Mrd. Euro bei, die deutsche Firmen für 2007 als Dividende ausschütteten.

Für die Aktionäre kleinerer Gesellschaften gab es weniger Grund zur Freude: Von 1 076 analysierten Aktiengesellschaften zahlten drei Viertel keine Dividende. Und für 2008 stellte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker wenig Besserung in Aussicht: Die gesenkten Wachstumsprognosen und globale Rezessionsbefürchtungen dürften die Ausschüttungsbereitschaft der Unternehmen nicht beflügeln.

Bei den großen Gesellschaften geht die DSW zumindest von keiner wesentlichen Dividendenkürzung aus: "Für die Dax-Unternehmen rechnen wir 2008 mit einer Gewinnausschüttung auf mindestens dem Vorjahreslevel." Schließlich lägen inzwischen 50 Prozent der Aktienanteile bei internationalen Investoren. Und die drängten auf höhere Dividendenzahlungen.

Positiv könnte sich laut Hocker die 2008 in Kraft tretende Unternehmenssteuerreform auf die Ausschüttungen auswirken. Viele Firmen zahlten nun weniger Steuern. Die Postbank etwa erziele Steuereinsparungen von neun Prozent, rechnete Hocker vor. Er wünscht sich, dass diese vollständig an die Aktionäre weitergereicht würden. Schließlich entstünden den Anlegern künftig durch die Abgeltungsteuer deutliche Einbußen. Während Dividenden bisher nur zur Hälfe versteuert werden müssen, unterliegen sie ab 2009 vollständig der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Weil zudem auch Kursgewinne unter die neue Steuer fallen, werde die durchschnittliche Verzinsung von Aktienanlagen auf etwa fünf Prozent sinken.

Vor diesem Hintergrund wiederholte die DSW ihre Forderung, dass die Ausschüttungsquote der deutschen Unternehmen steigen solle. Diese liege derzeit bei etwa 40 Prozent. International üblich sei hingegen eine Ausschüttung von 50 Prozent der Gewinne.

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