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02.01.2009 
Börsenausblick Tokio

Dem Nikkei droht noch ein hartes Jahr

von Finn Mayer-Kuckuk

Neue schockierende Konjunkturzahlen haben den Japanern den Jahreswechsel verdorben. Die Aussichten für die Tokioter Börse haben sich damit weiter eingetrübt. Frühestens im zweiten Halbjahr rechnen die meisten Analysten mit einer Besserung. Bis dahin könnte es für den Nikkei bis auf 5 000 Punkte abwärts gehen.

Ein erschöpfter Händler an der Börse Tokio stützt sich auf seinen Arbeitsplatz. 2008 brachte den Japanern an der Börse viel Kummer, der Nikkei fiel so stark wie nie zuvor. Viel besser sind die Aussichten für 2009 nicht. Foto: ReutersLupe

Ein erschöpfter Händler an der Börse Tokio stützt sich auf seinen Arbeitsplatz. 2008 brachte den Japanern an der Börse viel Kummer, der Nikkei fiel so stark wie nie zuvor. Viel besser sind die Aussichten für 2009 nicht. Foto: Reuters

TOKIO. Aktienexperten erwarten für japanischen Standardwerte mindestens bis Frühsommer immer neue Tiefstände. Bis Jahresende hält zumindest ein Teil der Analysten dagegen eine gewisse Erholung für denkbar.

"In den Tagen vor Neujahr sind jedoch noch einmal schockierende Wirtschaftszahlen herausgekommen", sagt Ökonom Kyohei Morita von Barclays Capital. Das Bild sehe noch düsterer aus als bisher prognostiziert. Die Jahresbilanzen der Unternehmen aus allen Branchen dürften dementsprechend schlecht ausfallen - und im Mai, nach Ablauf des japanischen Geschäftsjahres, müssen die Unternehmen die Zahlen auf den Tisch legen. Ein Ende des Abwärtstrends sei frühestens im zweiten Halbjahr 2009 in Sicht, aber nur unter der Bedingung, dass die USA, die EU und China sich langsam erholen.

Dieses Szenario entspricht der Meinung einer Mehrheit der Experten. Die Pessimisten erwarten für den Aktienmarkt einen Rückgang des Nikkei auf bis zu 5 000 Punkte. Derzeit steht der japanische Leitindex der 225 wichtigsten Werte bei 8 860 Zählern. Tsuyoshi Segawa von Shinko Securities prophezeit schon bis Februar ein Absinken in den Bereich um 7 500 Yen. "Außer der ortsetzung von Gewinnwarnungen rechnen wir mit einer Abnutzung der hohen Erwartungen an den neuen US-Präsidenten Obama", sagt der Aktienstratege.

Nomura Securities erwartet einen Anstieg auf 11 000 Punkte bis Juni, der von Hoffnung auf eine schnelle Besserung getragen seil soll. Im Herbst werde der Zauber jedoch zusammenfallen und der Yen auf 5 500 schliddern, wenn die Hoffnungen sich als verfrüht herausstellen. Die optimistischste Vorhersage aus der Reihe der großen Wertpapierhäuserstammt von Mitsubishi UFJ Securities, die gegenüber der Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai" eine Erholung auf 12 500 Punkte bis Jahresende vorhersagen.
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