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16.07.2008 

Viele Aktienmärkte haben mit einem Vertrauensverlust zu kämpfen. Zum Vergleich klicken Sie auf die Lupe. Grafik: HBLupe

Viele Aktienmärkte haben mit einem Vertrauensverlust zu kämpfen. Zum Vergleich klicken Sie auf die Lupe. Grafik: HB

Auch die Preistreiber Energie und Lebensmittel nehmen in den Schwellenländern einen weit größeren Anteil in den Warenkörben ein als in Europa. Während die Deutschen rund zehn Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben, sind es in Schwellenländern bis zu 40 Prozent, in Indien gar 60 Prozent. "Das ist ein Cocktail, der die Inflation antreibt", sagt IfW-Ökonom Gern.

Verluste der Landeswährungen gegenüber dem US-Dollar verstärken die importierte Inflation. Hatten besonders asiatische Länder bislang ein großes Interesse an einer schwachen Währung, um bei Exporten konkurrenzfähig zu bleiben, verteuert eine Abwertung den Import von Energie und Lebensmitteln zusätzlich. Seit Wochen etwa versucht Südkorea, dem nach Indexgewicht größten Land im Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets, den Verfall des Wons zu stoppen. "Die Rückkehr koordinierter Eingriffe in den Devisenmarkt könnte sich als die Überraschung der kommenden Monate erweisen", glauben die Experten der französischen Fondsgesellschaft Carmignac Gestion.

Wie groß der Einfluss der Importe von Energie und Lebensmitteln auf die Aktienmärkte ist, zeigt ein Blick auf die Kursentwicklung im laufenden Jahr: Während die Börsen großer Importeure wie Korea, China und Indien kräftige Abschläge verkraften müssen, führen Länder wie Russland und Brasilien als Nettoexporteure von Rohstoffen die Kurslisten an. "Brasilien ist aber auch das beste Beispiel dafür, dass Akteure an den Kapitalmärkten einen entschlossenen Kampf gegen die Inflation honorieren", sagt Henderson-Experte

Laut einer Studie der Deutschen Bank ist das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer zwar insgesamt weniger anfällig geworden. Das führen die Analysten darauf zurück, dass sich die Abhängigkeit von den globalen Finanzmärkten verringert hat und gleichzeitig zahlreiche Länder heute Nettokapitalexporteure und stärker auf die Binnennachfrage ausgerichtet seien. Aber: "Eine leichte Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den Emerging Markets scheint unausweichlich", heißt es in der Studie.

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