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03.05.2007 

Ringger ist alles andere als ein Ökoaktivist. Er ist durch und durch nüchterner Ökonom, ernst und bedacht, nie ganz zufrieden und naturwissenschaftlich gebildet. Und so hatte er sich einfach jahrelang gewundert – während er bei konventionellen Finanzinstituten Karriere machte – warum Wirtschaft und Finanzmarkt die Chancen nicht erkannten, die in ökologischen und sozialen Aspekten des Wirtschaftens liegen. Das wollte er ändern. Er gründete die Gesellschaft Sustainable Asset Management (SAM), schuftete drei Jahre und überzeugte dann Dow Jones. Heute ist der DJSI tonangebend, und auf der Indexfamilie basiert ein verwaltetes Vermögen von 6,1 Milliarden Euro.

Selbst als wissenschaftlich erwiesen war, dass Renditen und Risiken nachhaltiger Anlagen wettbewerbsfähig sind, zauderten in Deutschland Banken, Versicherer, Pensionsfonds und Stiftungen mit entsprechenden Anlageentscheidungen. Jetzt aber schwindet langsam das alte Vorurteil, Nachhaltigkeit koste Rendite.

Und bei Unternehmen löst sich das Vorurteil auf, Nachhaltigkeit verursache nur Kosten. Die Diskussion über den Klimawandel hat den Meinungswandel begünstigt. Der Klimabericht von Sir Nicolas Stern, der im Oktober Furore machte, und der UNO-Weltklimareport von Februar zeigten unmissverständlich, dass konventionelles Wirtschaften auf Dauer unbezahlbar ist. Mehrere weltweite und finanzstarke Initiativen großer Investoren verlangen Klimastrategien, nachhaltiges Wirtschaften und verpflichten sich zu ökologisch und sozial verantwortlichen Kapitalanlagen.

Dass sich mit dem DVFA plötzlich ein Mainstream-Verband dem Thema widmet, gibt ihm hier zu Lande eine neue Qualität. „Der fundamentale Paradigmenwechsel bei konventionellen Kapitalanlagegesellschaften und Brokern liegt nicht in der Erweiterung der Analysefaktoren, sondern im Verständnis, dass Kenntnisse nichtfinanzieller Aspekte das Risiko eines Investments minimieren“, sagt Frank. „Nachhaltigkeit wird zusehends zum handfesten Anlagekriterium. Sie ist keine Schwärmerei, sondern gehört zur First-Class-Vermögensverwaltung“, pflichtet Louis Graf von Zech, Vorstand der Frankfurter Privatbank BHF bei.

Im Ausland haben große Investoren schon lange umgeschaltet. So wirft der Norwegische Pensionsfonds, der 200 Milliarden Euro verwaltet, Aktien von Konzernen wie Wal-Mart, die die Umwelt schädigen oder gegen Menschen- und Arbeitsrechte verstoßen, aus dem Portfolio.

Wal-Mart passiert DVFA-Geschäftsführer Frank übrigens nicht mehr auf dem Weg zur Arbeit. Das Billig-Konzept des Einzelhändlers ging in Deutschland nicht auf, und der Standort in Dreieich ist seit 14 Tagen Geschichte.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Investoren machen Druck

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