Boom: Der Markt für nachhaltige Geldanlagen wächst rasant und beträgt in Europa – strenge und weniger strenge Konzepte zusammengenommen – bereits 1,3 Billionen Euro. Wo die Grenze zwischen glaubwürdigen Nachhaltigkeitskonzepten und Etikettenschwindel liegt, darüber diskutieren heute und morgen Fachleute auf dem 3. Sustainability Congress in Bonn.
Öffentlichkeit: Im „Carbon Disclosure Project“ (CDP) fordern 280 institutionelle Investoren, die 40 Billionen Dollar verwalten, von den 2 400 größten Konzernen konkreten Klimaschutz. Das CDP prangert die an, die Klimarisiken nicht offen legen oder untätig sind. Anfangs beteiligten sich hier zu Lande nur Münchener Rück und Allianz am 2002 gegründeten CDP, inzwischen sind zahlreiche deutsche Vermögensverwalter hinzugekommen.
Integration: Klimaschutz ist nur ein Aspekt nachhaltigen Wirtschaftens. Darum beteiligen sich Münchener Rück und Allianz an der „Enhanced Analytics Initiative“ (EAI), einer Investorengruppe mit 1,8 Billionen Euro Anlagevolumen. Sie vergibt fünf Prozent mehr Aufträge an Broker, die in die Finanzanalyse systematisch Umwelt, Soziales und Governance (Unternehmensführung), kurz ESG, integrieren.
Selbstverpflichtung: Weltweit unterzeichneten 150 Großinvestoren mit sechs Billionen Dollar Anlagevermögen die 2006 veröffentlichten UNO-Prinzipien für verantwortliches Investieren. Bislang sind nur zwei deutsche Institute daran beteiligt.

