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05.05.2007 
Hedge-Fonds

Die Luft ist raus

von Udo Rettberg

Hedge-Fonds hatten einst den Ruf der „Börsen-Superhirne“. Zweistellige prozentuale Wertsteigerungen schienen dieses Image in der Vergangenheit auch zu rechtfertigen. Doch der einst so strahlende Glanz dieser modernen Finanzinvestoren hat inzwischen zahlreiche Kratzer bekommen.

Bei den Anleger reifte die Erkenntnis, dass Hedge-Fonds nicht nur Volltreffer landen und auch nur mit Wasser kochen. Foto: ArchivLupe

Bei den Anleger reifte die Erkenntnis, dass Hedge-Fonds nicht nur Volltreffer landen und auch nur mit Wasser kochen. Foto: Archiv

FRANKFURT. Ihren Mythos als „Helden und Überflieger“ bestätigten Hedge-Fonds in jüngster Zeit nicht mehr. Die Jahresergebnisse lagen in den jüngsten Jahren oftmals nur noch im bescheidenen einstelligen Prozentbereich. Auf der Suche nach den Gründen für die schwächere Performance wird der Betrachter rasch fündig. Plötzlich wird in der Finanzwelt erkannt, dass Hedge-Fonds in der Vergangenheit oftmals nicht von ihrem eigenen Wissen profitierten, sondern aus der Ineffizienz der Finanzmärkte Nutzen gezogen haben. Ein wichtiger Grund für die zuletzt eher mageren Ergebnisse ist nämlich darin zu sehen, dass Hedge-Fonds gerade in liquiden und inzwischen immer effizienteren Finanzmärkten (Aktien, Bonds, Devisen und Rohstoffe) Opfer ihres eigenen Erfolges geworden.

Ihre einst so erfolgreichen und innovativen Strategien werden von zahlreichen anderen Marktteilnehmern kopiert. Auf diese Art und Weise verschwinden die einst vorhandenen Renditequellen.

Bei den auf Aktien fokussierten Anbietern kommt hinzu, dass sie ihre Popularität und den inzwischen fragwürdigen Ruf als Investoren mit Weitblick gezielt dazu nutzen, sich in der Öffentlichkeit sehr gekonnt in ein für sie positives Licht zu setzen. Dies gilt vor allem für die Aktivisten dieser Gattung, die den Markt zu gern wissen lassen, in welchem Unternehmen sie gerade „long“ sind, also Aktien gekauft haben. Wenn man bisher der Meinung war, dass Hedge-Fonds mit den Themen Transparenz und Information wenig am Hut hatten, so zeigen gerade derartige marktschreierischen Aktivitäten dieser Hedge-Fonds-Gruppe das Gegenteil.

Einige dieser Geldsammelstellen haben also jenes Verhalten adaptiert, das Kritiker Banken und Brokern in der Vergangenheit zum Vorwurf gemacht hatten – Aktien aussuchen, selbst einsteigen, Research-Reports anfertigen und in der Hoffnung in der Öffentlichkeit streuen, dass möglichst viele andere Anleger dem Herdentrieb folgen und sich engagieren. Das Verhalten aktivistischer Hedge-Fonds hat Ähnlichkeit mit diesem Prinzip.

Als „Aktivisten“ werden jene Hedge-Fonds-Manager der Strategie „Event Driven“ bezeichnet. Dabei geht es diesen Experten darum, in Unternehmen einzusteigen, bei denen ein mögliches Ereignis (Fusion, Übernahme, Restrukturierung) in Zukunft möglicherweise eine Steigerung des Unternehmenswertes mit sich bringen könnte.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Hedge-Fonds-Gesellschaften landeten nicht immer nur Volltreffer.

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