Dr. Sommers Marktdiagnose
Trump macht Kurse

Je wahrscheinlicher ein Wahlsieg Trumps wird, desto stärker fallen die Kurse. Nicht nur an der Wall Street, sondern weltweit. Doch wirklich überraschend ist etwas ganz anderes.
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DüsseldorfJetzt erwischt es sie kurz vor Schluss doch noch: Die Aktienmärkte geraten ins Rutschen. Anleger zittern, je näher der Wahltermin in den USA rückt. Seitdem aus dem scheinbar sichereren Wahlsieg Hillary Clintons ein Kopf-an-Kopf Rennen der Demokratin mit ihrem republikanischen Widersacher Donald Trump geworden ist, sinken die Kurse. Der Dax verlor knapp fünf Prozent.

Der Grund dafür ist bereits mehr als ausreichend beschrieben worden. Deshalb dazu nur noch wenige Worte: Die Kurse fallen nicht etwa deshalb, weil Anleger Donald Trumps Programm fürchten, sondern weil sie ihn für unberechenbar halten. Und Ungewissheit ist an der Börse bekanntlich schlimmer als eine schlechte Nachricht, wie sich schon oft bewiesen hat: ganz prägnant im Vorfeld des Golfkriegs 2003. Damals fielen die Kurse auf Grund der ungewissen Zukunft. Sobald der Krieg im März 2003 begann, stiegen die Kurse wieder.

Wirklich überraschend ist bei Trump und seiner Fähigkeit, die Börsen zu beeinflussen, etwas anderes. Der eigensinnige Präsidentschaftskandidat hat im Vorfeld so gut wie jeden demokratisch legitimierten Staat in der westlichen Welt vor den Kopf gestoßen, brüskiert und verunsichert. Sei es, indem er mit Wladimir Putins Russland kokettierte oder gar mit Kim Jong-un in Nordkorea in Verbindung gebracht wurde – oder aber indem er den Mexikanern einen Kostenvoranschlag für seine geplante Mauer entlang der 3144 Kilometer langen Grenze präsentierte.

Auch die Unternehmen fürchten Trump, weil er mit Handelshemmnissen und Schutzzöllen liebäugelt. Sogar seine republikanische Partei mag ihren Spitzenkandidaten nicht, weil er ihr Parteiprogramm mit Füßen tritt und sich als populistischer Retter der Armen und Benachteiligten geriert.

Bei so vielen Ängsten und so viel Ungewissheit über die Zukunft der wirtschaftlichen und militärischen Weltmacht Nummer eins verwundern gar nicht so sehr die Kursverluste, sondern viel mehr, warum sich die Aktienkurse immer noch so gut halten. Vier oder vielleicht fünf Prozent Kursverlust, seitdem Trumps Siegeschancen von nahezu Null auf inzwischen 50 Prozent gestiegen sind, erscheinen gering. Zumal die amerikanischen Börsen immer noch nahe ihrer Allzeithochs notieren. Vergleichsweise harmlose Nachrichten haben in der Vergangenheit schon weit größere Börsenbeben verursacht.

Das bedeutet aber wohl auch: Die Börse will offenbar nach oben. Sonst wären die Kurse angesichts der großen Verunsicherung im Wahlfinale stärker fallen. Gut möglich, dass ein – immer noch möglicher – Wahlsieg Hillary Clintons eine Erleichterungsrally auslöst, die kräftiger ausfällt als die vorangegangenen Kursverluste.

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  • Der eigensinnige Kanzlerin hat im Vorfeld so gut wie jeden demokratisch legitimierten Staat in der westlichen Welt vor den Kopf gestoßen, brüskiert und verunsichert. Meinen Sie die geliebte Frau Kanzlerin der wirklich den Trumph.

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