Mit Blick auf die Chancen am Aktienmarkt setzen die Experten aber eher auf Europa, vor allem aufgrund der erwarteten Gewinnentwicklung der Unternehmen. Die Citigroup geht davon aus, dass die Firmengewinne trotz eines moderaten Konjunkturabschwungs in der Euro-Zone auch 2008 um zehn bis 15 Prozent steigen werden. Für den europäischen Leitindex Euro-Stoxx-50 sehen sie daher auf Jahressicht Kurspotenzial bis auf 5 000 Punkte – aktuell steht der Index bei gut 4 300 Punkten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) könnte nach Meinung der Citi in Richtung 9 000 Punkte klettern.
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Allerdings teilen nicht alle Experten diesen Optimismus. Martin Gilles, leitender Aktienstratege der WestLB, erwartet im nächsten Jahr deutlich mehr „Gegenwind für die Profitabilität“ der Unternehmen. Seine Gewinnschätzungen – sechs Prozent Plus für deutsche Unternehmen und fünf Prozent Zuwachs für die Konzerne im Euro-Stoxx-50 – weicht daher deutlich von der Konsensmeinung ab: „Die Zeiten rapiden Produktivitätsfortschritts und leichter Restrukturierungsgewinne sind vorbei“, begründet Gilles seine Einschätzung. Hinzu kämen steigende Lohnkosten, anhaltender Druck auf die Margen durch teure Rohstoffkosten und den starken Euro sowie die nachlassende Wachstumsdynamik. „Unter dem Strich wird 2008 ein Jahr der Herausforderungen für Unternehmen und Investoren, vor allem im ersten Halbjahr droht ein Stresstest“, sagt der WestLB-Stratege. Seine Kursziele für Ende 2008 sind entsprechend bescheiden: Den Dax sieht Gilles bei 8 000, den Euro-Stoxx bei 4 400 Punkten.
Doch egal, wie es im nächsten Jahr auch kommen wird: Übertrieben große Aufregung wegen des derzeit unsicheren Umfelds herrscht bei kaum einem bekannten Vermögensverwalter: „Wir machen im Moment nichts außer unsere normale Arbeit“, sagt Allianz-Profi Utermann.

