Für Anleger werden Sparkonten wieder interessanter. Da die Finanzkrise für eine Verknappung der Geldmittel gesorgt hat, locken Banken ihre Kunden nun mit hohen Zinsen. Dabei lohnen sich Vergleiche, denn bei den Spitzenwerten gibt es teils deutliche Unterschiede. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.
Investment-Idee: Das Geld zur Bank bringen - Festgeld lohnt sich wieder. Grafik: Handelsblatt
FRANKFURT. Das kurzfristige Parken von Geld bleibt vergleichsweise attraktiv. Nach vereinzelt starken Zinssprüngen zum Jahreswechsel, aber auch ersten Korrekturen nach unten haben sich die Konditionen insgesamt auf hohem Niveau gehalten. Wer sich nun Spitzenzinsen von bis zu rund fünf Prozent pro Jahr sichert, "macht nichts falsch", meint Siegrid Herbst vom Finanzdienstleister FMH in Frankfurt.
Im Vergleich zu Staatsanleihen, die selbst über zwei Jahre weniger als vier Prozent Zinsen bringen, schneiden Anleger mit dem Kontensparen oftmals besser ab - selbst wenn sie nur den aktuell, von FMH ermittelten Durchschnittszins bei Festgeld über zwölf Monate von 4,09 Prozent bekommen. Für Tagesgeld bieten die Finanzhäusern FMH zufolge allerdings im Mittel nur 3,2 Prozent. Im Vergleich zum Dezember sind die Festgeldzinsen damit leicht gesunken, die Tagesgeldzinsen konstant geblieben. Für die nächsten Monate erwarten Händler und professionelle Investoren am Geldmarkt eher eine Beruhigung der Zinsen auf leicht niedrigerem Niveau.
» Rechner: Aktuelle Konditionen für Festgeld
Seit dem Sommer sind die Sätze für kurzfristiges Geld deutlich gestiegen, da die US-Hypothekenkrise für eine Verknappung liquider Mittel sorgte. Aufschluss über die weitere Entwicklung könnte auch die Europäische Zentralbank (EZB) geben, die am Donnerstag ihre nächste Entscheidung über den Leitzins trifft. Bankvolkswirte rechnen überwiegend nicht mit einer Zinsanhebung, auch wenn EZB-Chef Jean-Claude Trichet am vergangenen Wochenende erneut das Thema Inflation betonte. Für Jahres-Festgeld erhalten Anleger aktuell bis zu 5,1 Prozent bei der niederländisch-türkischen Credit Europe Bank. Eine fünf vor dem Komma bietet auch die lettische Parex-Bank. Allerdings müssen Anleger bei diesen Banken mit einem beschränkten Einlagenschutz leben. Verbraucherschützer raten daher nur zu Anlagen bis zu 20 000 Euro. Den besten Festgeldzins ohne Einschränkungen zahlt die Bausparkasse Mainz mit 4,61 Prozent.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wo das höchste Angebot bei den Tagesgeldsätzen liegt
Bei den Tagesgeldsätzen liegt das höchste Angebot sogar bei 5,84 Prozent. Allerdings bietet die luxemburgische Direktbank Advanzia damit einen typischen Einstiegszinssatz für Neukunden an: Das Geldhaus zahlt den Top-Zins nur für einen Monat, anschließend bekommt der Anleger nach derzeitigem Stand 4,7 Prozent. Auch hier gilt der verringerte EU-Einlagenschutz bis 20 000 Euro. Oft sind solche Lockangebote auch vom Betrag her begrenzt. Bei der Sparschwein AG, einem Partner der Karstadt-Quelle
-Bank, bekommt man die 4,5 Prozent nur bis zu einem Betrag von 5 000 Euro. Den aktuell besten Tagesgeldzins ohne Nebenbedingungen zahlt die Norisbank mit 4,25 Prozent.
» Rechner: Aktuelle Konditionen für Tagesgeld
Wer jetzt eine Tages- oder Festgeldanlage sucht, sollte unbedingt die Konditionen verschiedener Geldhäuser vergleichen. Die Unterschiede sind nach wie vor bemerkenswert hoch. Zwischen dem besten und dem schlechtesten Tagesgeldsatz liegen laut FMH 4,34 Prozentpunkte. Beim Zwölf-Monats-Festgeld macht der Unterschied immerhin 3,1 Prozentpunkte aus.
Als strategische Geldanlage sind Tages- und Festgeldkonten aber nicht geeignet. Längerfristig werfen sie zu geringe Renditen ab und bringen zu wenig Diversifizierung in das Portfolio. Bankstrategen raten, Tages- und Festgeld kurzfristig einzusetzen und das Anlagekapital je nach Risikoneigung auf verschiedene Investments zu verteilen.
Gut für Anleger: Täglich eine neue Investmentidee auf Handelsblatt.com !

