12-Monats-Vergleich
Starker Yen begünstigt japanische Nebenwerte

An den meisten Fonds für japanische Nebenwerte ist der extreme Kurssturz an den internationalen Aktienbörsen im Oktober fast spurlos vorübergegangen.

HAMBURG. Im Durchschnitt verloren die 32 Fonds dieser Kategorie 5,16 Prozent an Wert, einzelne Angebote wie der Henderson Japanese Smaller Companies konnten sogar leicht zulegen (siehe Tabelle).

Zum Teil geht das gute Abschneiden auf den sprunghaften Anstieg des Yen zurück, der im Oktober gegenüber dem Euro fast 20 Prozent an Wert gewann. Doch Henderson-Manager Yun Young Lee sieht noch einen anderen Grund für den nachlassenden Verkaufsdruck. "In den vergangenen Jahren haben viele Japaner ihr Geld im Ausland investiert, weil sie dort bessere Anlagechancen sahen und zudem von Währungsgewinnen profitieren konnten", sagt Lee. Nun, da der Trend beim Yen drehe, kehrten viele nach Hause zurück. "Die Japaner investieren wieder in den eigenen Aktienmarkt, und anders als viele Ausländer bevorzugen sie dabei eher Small Caps", fährt Lee fort. Dies habe die Kurse in den vergangenen Monaten gestützt, ebenso die Tatsache, dass kleinere japanische Unternehmen vom weltweiten Wirtschaftsabschwung weniger betroffen seien als exportorientierte Großkonzerne.

Nachdem der MSCI-Japan-Small-Cap-Index seit Anfang 2006 mehr als 50 Prozent an Wert verloren hat, rechnet der Henderson-Manager in den kommenden Monaten wieder mit einem etwas freundlicheren Umfeld. "Wir gehen davon aus, dass Anleger irgendwann die Fundamentaldaten zur Kenntnis nehmen", sagt Lee. Und die sähen gut aus: So sei das durchschnittliche Kurs-Buchwert-Verhältnis japanischer Nebenwerte auf das niedrigste Niveau seit 30 Jahren gefallen, die Dividendenrendite läge über den Erträgen von Regierungsanleihen. Vor diesem Hintergrund hat Lee die Barreserve seines Fonds von zeitweise 25 Prozent auf aktuell nur noch rund zehn Prozent zurückgefahren.

Ähnlich wie Lee sieht auch Fujimura Tadahiro japanische Nebenwerte durch den steigenden Yen begünstigt. "Viele Firmen beziehen Importe aus dem Ausland und können angesichts der Aufwertung ihre Profitabilität steigern", erklärt der Berater des Zwölf-Monats-Spitzenreiters SWC Small & Mid Caps Japan der Schweizer Fondsgesellschaft Swisscanto. Generell traut Tadahiro der japanischen Börse eine bessere Entwicklung zu als den europäischen Märkten oder der Wall Street. "Viele japanische Unternehmen, darunter auch viele Banken, besitzen unserer Meinung nach einen Vorsprung vor ihren internationalen Mitbewerbern und könnten aufgrund der aktuellen Lage ihre Marktanteile im Ausland steigern", sagt er. Ähnlich wie im Henderson Japanese Smaller Companies spielen Banken in Tadahiros Portfolio derzeit aber nur eine untergeordnete Rolle.

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