Abflüsse in Milliardenhöhe erzwingen Eingriff
Morgan Stanley stabilisiert Fonds

Kunden der US-Bank Morgan Stanley haben im September fast ein Drittel des Anlagekapitals aus Geldmarktfonds abgezogen. Die Bank hat deshalb Wertpapiere im Umfang von 23 Mrd. Dollar gekauft, um die Fonds liquide zu halten.

NEW YORK. Kunden der US-Bank Morgan Stanley haben im September fast ein Drittel des Anlagekapitals aus Geldmarktfonds abgezogen. Die Bank sah sich daher genötigt, Wertpapiere im Umfang von 23 Mrd. Dollar zu kaufen, um die Fonds liquide zu halten. "Wir haben branchenweit Abflüsse aus Geldmarktfonds in einem bislang nie erlebten Umfang gesehen. Es war wild", sagte Peter Crane, Präsident des Branchenbeobachters Crane Data der Nachrichtenagentur Bloomberg. Hintergrund waren offenbar Befürchtungen der Kunden um die Stabilität der Fonds.

In einer Mitteilung bezifferte Morgan Stanley die Abflüsse für seine Fonds im September auf 46 Mrd. Dollar. Besonders betroffen waren Geldmarktfonds, die in Unternehmensanleihen investieren. Man habe die Wertpapiere gekauft, um "sicherzustellen, dass Rückzahlungsverpflichtungen auch angesichts illiquider Märkte eingehalten wurden", sagte eine Konzernsprecherin. Die US-Notenbank Fed wollte sich nicht dazu äußern, ob das Institut dafür Finanzierungslinien der Zentralbank genutzt habe.

Morgan Stanley galt nach dem Kollaps des KonkurrentenLehman Brothers auch als gefährdet. Erst als die japanische Mitsubishi UFJ Mitte Oktober eine Milliardenkapitalerhöhung zeichnete, verstummten die Spekulationen. Weil die von den Fonds erworbenen Wertpapiere in der aktuellen Krise zu Verlusten führen können, gaben die Aktien der US-Bank gestern um mehr als 15 Prozent nach.

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