Abgang von Bill Gross
Rivalen gieren nach Pimcos Kundengeldern

Nach dem Abgang von Bill Gross bei Pimco spekulieren die Rivalen auf abtrünnige Kunden der Allianz-Tochter. Der ehemalige Bonds-König Gross tritt derweil in einen direkten Konkurrenzkampf mit seinem Nachfolger.
  • 0

New York/BostonNach dem Abgang von Bill Gross bei Pimco spekulieren die großen Rivalen auf abtrünnige Kunden der Allianz-Fondstochter. Nicht nur die kleinere Investmentgesellschaft Janus Capital, zu der Pimco-Gründer Gross gewechselt ist, dürfte sich nach Einschätzung von Analysten über Mittelzuflüsse freuen.

Gute Chancen auf Neugeschäft schreiben die Experten vor allem dem weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock und der führenden US-Publikumsfondsgesellschaft Vanguard zu. „Ein großer Teil des verwalteten Vermögens von Pimco ist jetzt zu haben“, heißt es in einer Kurzstudie von Wells Fargo. Deren Branchenanalyst Christopher Harris schätzt, dass der von den Märkten einst als „Bond-König“ gefeierte Gross bei Pimco zuletzt 500 bis 700 Milliarden Dollar an Kundengeldern persönlich managte. Beim Abgang eines prominenten Fondsmanagers - und Gross war über Jahrzehnte das Aushängeschild von Pimco - wandert in der Regel die Hälfte der Gelder mit ab.

Auch andere Schätzungen gehen von bis zu 300 Milliarden Dollar an Mittelabflüssen aus. Das wäre mehr Geld, als etwa der von Gross 27 Jahre lang geführte Flaggschiff-Fonds Total Return zuletzt verwaltete: Nach Berechnungen des Analysehauses Morningstar haben Anleger seit Mai 2013 unter dem Strich 70 Milliarden Dollar aus dem Produkt abgezogen, weil sie mit der Entwicklung unzufrieden waren. Der weltgrößte Anleihefonds hatte einst ein Volumen von knapp 293 Milliarden Dollar.

Mit Spannung werden nun die September-Daten von Morningstar erwartet. Pimco-Chef Doug Hodge hatte am Montag selbst eingeräumt, dass trotz intensiver Gespräche mit den Kunden mit weiteren Abflüssen zu rechnen sei. Pimco könne dies aber stemmen, sagte er in einer Telefonkonferenz für Analysten, an der auch Allianz-Chef Michael Diekmann teilnahm.

Der langjährige Pimco-Rivale DoubleLine Capital hat in den vergangenen Tagen nach eigener Darstellung bereits starke Zuflüsse verzeichnet. Allein am Freitag, als Gross sein Ausscheiden bekanntgab, seien unter dem Strich zwischen 400 und 500 Millionen Dollar hinzugekommen, sagte DoubleLine-Chef Jeffrey Gundlach der Nachrichtenagentur Reuters.

Seite 1:

Rivalen gieren nach Pimcos Kundengeldern

Seite 2:

Rating eingebüßt

Seite 3:

Direktes Duell der Ex-Kollegen

Kommentare zu " Abgang von Bill Gross: Rivalen gieren nach Pimcos Kundengeldern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%