Abgeltungsteuer
Absolute Return feiert Comeback

Der Begriff "Absolute Return" ist derzeit nicht gerade positiv besetzt - und mancher Anleger verzieht das Gesicht, wenn er den Namen nur hört. Doch durch die Abgeltungsteuer könnten die Fonds wieder interessant werden.

HB FRANKFURT. Die Skepsis der Anleger hat ihren Grund. Absolute-Return-Fonds sollen unabhängig von der Entwicklung an den Aktien- und Rentenmärkten eine positive Wertentwicklung bei geringem Risiko erzielen. Doch das Ergebnis enttäuschte bislang. Viele Rendite-Versprechen entpuppten sich als Mogelpackung, weil hohen laufenden Kosten meist nur geringe oder sogar negative Erträge gegenüberstanden.

Leider existiert keine einheitliche Definition für den Begriff "Absolute Return". Das macht es dem Anleger schwer, gute von schlechten Produkten zu unterscheiden. Vor dem Hintergrund der nahenden Abgeltungsteuer sind Absolute-Return-Konzepte jedoch eine langfristige Alternative zu Dachfonds. Der steuerliche Vorteil dieses "Fonds der Fonds" ist, dass alle Investments, die innerhalb des Fondsdepots getätigt werden, auch künftig keinem Steuerabzug unterliegen - unabhängig von der Haltedauer. Auf diese Weise können unterschiedliche Anlageklassen und unterschiedliche Investmentschwerpunkte beliebig oft getauscht und umgeschichtet werden. Das heißt, Fonds für Bonds, Aktien, Regionen und Branchen kann der Manager flexibel spielen, ohne dass er dabei steuerliche Überlegungen anstellen muss.

Der Haken der Dachfonds sind die Kosten. Neben den Gebühren für den Fonds selbst zahlt der Anleger zusätzlich die laufenden Kosten der Zielfonds, die der Dachfonds im Depot hält. Außerdem sind Dachfonds weniger transparent als Einzelfonds: Ein Dachfondsmanager hat keinen direkten Einfluss auf die Anlagepolitik und den Investmentprozess seiner Zielfonds, was das Risikocontrolling erschwert.

Insofern sind clevere Fondsideen auch außerhalb von Dachfonds gefragt - wie etwa der Absolute-Return-Ansatz. Auch hierbei werden unterschiedliche Vermögensklassen flexibel kombiniert und ausgetauscht - jedoch ohne Mehrkosten. Wichtig dabei ist vor allem, dass der Fondsmanager ein klares und transparentes Konzept verfolgt, das langfristigen Mehrwert liefert. Führende Produkte in diesem Segment vereinen deshalb Alpha- und Beta-Strategien. Sie kombinieren etwa globale Aktien- und Rentenmarktperformance mit Mehrrenditen von Aktienfonds gegenüber ihren Vergleichsindizes. Ein ausgefeiltes Risikocontrolling und niedrige Kosten machen solche Fondsideen zu einer ausgewogenen, langfristigen Vermögensverwaltung für den Anleger - und zu einem Gegenmittel zur Abgeltungsteuer.

Vanyo Walter ist Leiter von Pictet Funds in Deutschland.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%