Abgeschwächtes Neugeschäft
Union Investment ist mit erstem Halbjahr unzufrieden

Deutlich weniger frisches Geld hat die Fondsgesellschaft in den ersten sechs Monaten des Jahres für ihre Publikumsfonds eingesammelt als im Vorjahreszeitraum. "Überhaupt nicht zufrieden", zeigte sich daher auch der Vorstandssprecher, Rüdiger Ginsberg.

HB ASCHAFFENBURG. Das Nettomittelaufkommen bei der Fondsgesellschaft des genossenschaftlichen Bankenverbunds verringerte sich dabei auf 1,557 Mrd Euro von 6,563 Mrd Euro im ersten Halbjahr 2003. "Ein Ergebnis, mit dem wir überhaupt nicht zufrieden sind", sagte Rüdiger Ginsberg, Sprecher des Vorstands der Union Asset Management Holding AG, am Samstag während der Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz der Gesellschaft in Aschaffenburg.

Hauptursache für das auf Jahressicht kräftig abgeschwächte Neugeschäft war ein deutlicher Rückgang beim Absatz von Renten- und Offenen Immobilienfonds. Das Nettomittelaufkommen der Anleiheportfolios verlangsamte sich dabei auf plus 0,810 Mrd. Euro von plus 2,982 Mrd. Euro, jenes der Offenen Immobilienfonds auf plus 0,604 Mrd. Euro von plus 2,215 Mrd. Euro in den ersten sechs Monaten 2003. Verbessert zeigt sich hingegen die Lage bei den Aktienfonds der Gesellschaft, die netto acht Mill. Euro einsammelten, nachdem Anleger im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch netto 106 Mill. Euro aus diesen Produkten abgezogen hatten.

Den Rückgang der Dynamik bei den bisherigen Absatzschlagern Renten- und Offene Immobilienfonds bezeichnete Ginsberg als Resultat einer antizyklischen Vertriebspolitik. So habe man in Absprache mit den Partnerbanken im Rentenbereich etwa dazu geraten, kurzfristige Kursanstiege für Gewinnmitnahmen zu nutzen und den Absatz des Offenen Immobilienfonds DIFA-Global kontingentiert.

"Gleichzeitig sind wir in unserer Kapitalmarkteinschätzung von steigenden Aktienkursen ausgegangen. Auch das haben wir rechtzeitig und klar gesagt", betonte Ginsberg. Dieser Empfehlung seien zwar zahlreiche Anleger gefolgt, auf der anderen Seite seien jedoch viele Investoren mit den steigenden Kursen wieder den Einstandspreisen aus den Boomjahren 1997 bis 2000 näher gekommen und hätten ihre Aktienfondspositionen verkauft.

Auch im institutionellen Geschäft hat die Fondsgesellschaft des genossenschaftlichen Bankenverbunds Federn gelassen. So verringerte sich das Neugeschäft mit Pensionskassen, Banken und Versicherungen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf netto plus 1,5 Mrd. Euro von netto plus 2,7 Mrd. Euro im Zeitraum von Januar bis Ende Juni 2003. Dabei sank das Nettomittelaufkommen der Spezialfonds auf netto minus 0,5 Mrd. Euro von netto plus 1,2 Mrd. Euro.

Ein Anlass zur Sorge sei dieses Minus jedoch nicht, da ein Großteil der Mittel in andere Formate umgeleitet worden sei, betonte Ginsberg. Das Neugeschäft im institutionellen Bereich werde bereits heute maßgeblich durch Vermögensverwaltungen und Beratungsmandate getragen. Mit Blick auf die weitere Entwicklung an den Kapitalmärkten prognostizierte Ginsberg eine Seitwärtsbewegung mit ausgeprägten zyklischen Höhen und Tiefen: "Der sehr langfristige Aufschwung von Mitte der achtziger Jahre bis ins Jahr 2000 ist vorbei."

Trotzdem werde das Fondsgeschäft weiter zulegen. Pro Kopf habe jeder US-Bürger 2003 durchschnittlich 25.303 Euro in Investmentfonds angelegt, hierzulande liege diese Zahl gerade einmal bei 5.300 Euro. Auch im europäischen Vergleich liege Deutschland klar unter dem Mittel. "Es spricht vieles dafür, dass sich dieser Abstand in den kommenden Jahren verringern wird. Das Investmentgeschäft in Deutschland und Europa bleibt deshalb auch weiterhin ein Wachstumsmarkt", sagte Ginsberg.

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