Abgesicherte Variante
Dollar-Talfahrt bremst Biotech-Fonds

Geht es um Biotech-Fonds, scheint seit einigen Jahren auf zwei Dinge Verlass: Zum einen findet sich das älteste Angebot mit deutscher Vertriebszulassung, der 1995 aufgelegte Pictet Biotech, in Konkurrenzvergleichen kontinuierlich in der Spitzengruppe wieder, zum anderen verhagelt ein schwächelnder Dollar deutschen Anlegern immer wieder die Rendite.

HAMBURG. „Die USA sind nach wie vor mit Abstand der größte Markt für Investitionen in den Biotech-Sektor“, sagt Vanyo Walter, Vertriebsleiter von Pictet Deutschland. Um das Währungsrisiko auszuschalten, bietet die Schweizer Privatbank deshalb seit Sommer 2004 auch eine systematisch gegen Euro abgesicherte Variante ihres Klassikers an. Das machte sich in den vergangenen zwölf Monaten bezahlt: Mit einem Wertzuwachs von 30,41 Prozent per Ende September belegt die Euro-Variante des Pictet Biotech souverän Platz eins, der Vorsprung vor der auf Rang zwei liegenden Dollar-Tranche beträgt fast zwölf Prozentpunkte (Tabelle).

Warum die währungsgesicherte Kopie des milliardenschweren Originals mit einem Volumen von nur 35 Mill. Euro nicht stärker genutzt wird, kann Walter nur mutmaßen. „Wahrscheinlich haben zumindest bei der Einführung dieser Tranche viele Anleger eher an einen steigenden Dollar geglaubt“, sagt er. Seit etwa einem Jahr beobachtet Walter bei den Anlegern jedoch ein steigendes Interesse.

Als Begründung, warum auch die nicht währungsgesicherte Tranche besser abschnitt als alle Konkurrenzprodukte, führt Pictet-Berater Michael Sjöström vor allem die gelungene Einzeltitelauswahl an. „Wir halten nur 35 Titel und konzentrieren uns dabei auf große und mittelgroße Firmen, die in neue Produktzyklen eintreten“, beschreibt er. Die Aussichten für die Branche beurteilt Sjöström weiter als gut. So lägen die Bewertungen trotz der jüngst gegen den Trend erzielten Gewinne noch immer auf einem Zehn-Jahres-Tief.

Das durchschnittliche jährliche Wachstum beziffert er auf mehr als 20 Prozent – „viermal so hoch wie in der Pharmaindustrie“. Wachstumsprobleme hatten in den vergangenen Jahren vor allem einige jener Pharma-Multis, die im Branchenindex DJ Stoxx 600 Health Care vertreten sind. Da verwundert es nicht, dass der gleichnamige Indexfonds von Barclays Global Investors mit einem Minus von 8,16 Prozent nur den viertletzten Platz belegt. Obwohl nur in Europa investiert, kämpften auch die Käufer dieses Fonds mit Währungsproblemen: Glaxo Smithkline, Novartis, Roche und Astra Zeneca – die zusammen rund 65 Prozent des Portfolios ausmachen – notieren in Pfund beziehungsweise Schweizer Franken, die gegenüber dem Euro zuletzt ebenfalls an Wert verloren.

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