Abkehr vom Geldmarkt
Große Nachfrage nach Anleihefonds

Der Ansturm auf Anleihen erreicht immer neue Dimensionen: Auch im Juli waren die darauf ausgerichteten Fonds die begehrteste Anlageklasse in Europa, es floss sogar noch mehr Geld zu als im Vormonat. Vor allem wegen der niedrigen Zinsen am Geldmarkt schichten immer mehr Anleger um.
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FRANKFURT. Laut Lipper FMI setzten die Anbieter von auf Anleihen ausgerichtete Fonds netto 15,2 Mrd. Euro ab. Während der vergangenen zwölf Monate kauften die Anleger nach Angaben des Fondsdatenanbieters für satte 143 Mrd. Euro. "Wir machen mehr als zwei Drittel des Absatzes mit Anleihefonds", sagt etwa Reinhard Berben, Deutschlandleiter von Franklin Templeton.

Die Popularität der Anleihefonds ist die eine Seite der Medaille, die wachsende Abkehr von Geldmarktfonds mit Mini-Zinsen die andere. Innerhalb von zwölf Monaten zogen die Anleger aus dem Geldmarktbereich fast 176 Mrd. Euro ab. Das Kapital fließt in andere Produkte, die mehr Ertrag versprechen. Neben Anleihefonds sind es Aktien- und Mischprodukte, die mit 86 und 64 Mrd. Euro im Plus sind.

Anbieter mit starkem Fokus auf Rentenfonds gewinnen, während die großen Spieler bei Geldmarktfonds verlieren. Die Anleihefondsabsätze bringen Franklin type="person" value="? Templeton, Franklin">Templeton mittlerweile auf Platz eins der kurzfristigen und auch der langfristigen europäischen Absatzliste. Dagegen ist JPMorgan Asset Management als großer Spieler bei Geldmarktfonds wegen höherer Netto-Mittelabzüge in der längerfristigen Bilanz auf einen der letzten Plätze abgerutscht.

"Die Anleger sind hochgradig nervös, reagieren sehr kurzfristig auf Stimmungen", beobachtet Peter Schwicht, Deutschlandleiter der Gesellschaft. Er erkennt: "Vermögensverwalter und Dachfondsmanager agieren kurzfristig; die typischen Privatanleger sind sehr zurückhaltend."

Laut Berben "haben die Berater es noch nicht geschafft, die Privatanleger in die Aktienprodukte zurück zu holen". Er wittert jedoch eine Trendwende: "Die Aufnahmebereitschaft für internationale Portfolios und solche für Emerging Markets nimmt vorsichtig zu."

Kommentare zu " Abkehr vom Geldmarkt: Große Nachfrage nach Anleihefonds"

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  • @jonas:

    in diesem Fall ist die Empfehlung zum Aktienkauf aber durchaus berechtigt.

    Eine Umschichtung in langlaufende Rentenpapiere zum derzeitigen Zinsniveau wirkt sich bei steigenden Zinsen erheblich auf die entsprechenden Kurse aus. Und von steigenden Zinsen ist nun mal im nächsten Jahr wieder auszugehen.

    im Übrigen werden im Aktienbereich im DAX durchschnittlich 4% an Dividende ausgeschüttet und wir haben ein KGV von 12 im Gegensatz zu Rententiteln (z.b. dt. Staatsanleihen), die aktuell bei ca. 40 liegen.

    Wer in dieser Situation die Devise "hauptsache dagegen" betreibt, wird meines Erachtens nicht wirklich glücklich damit.

  • "haben die berater es noch nicht geschafft, die Privatanleger in die Aktienprodukte zurück zu holen"

    Na wunderbar.
    Da hat doch einer aus der Finanzkrise gelernt.
    Der Privatanleger.

    Und nun suchen die dummen bankster also noch dümmere Käufer für ihre in diesem Jahr mit dem spottbilligen Spielgeld der Zentralbanken viel zu teuer erworbenen Aktien. Na sucht mal schön weiter. ihr müsst das Geld demnächst zurückzahlen ? Pech, auf Kredit sollte man nie Aktien kaufen, die Kurse werden noch gigantsich einbrechen. Man schaue mal auf die Top-Standardaktie der Welt, intel, jeder Fonds hat sie, und die ist schon wieder um 25% von ihren Höchstwerten im Frühjahr heruntergekommen, weil die Profis sie abstossen um liquide zu bleiben.

    Dem Privatkunden kann man nur raten: Kaufe niemals etwas, was ein bankster los werden will.
    Lege es auch nicht in Fonds an.

    Falls ihr es bewahren wollt, kauft inflationsindizierte bundesanleihen, dann bleibt es wenigstens gleich viel wert. Der bankster wird davon abraten, schliesslich muß er dann weinenden Auges zusehen, daß dieses Geld nicht zu seiner bank abgezweigt werdne kann. Wenn der bankster jammert, habt ihr die richtige Entscheidung getroffen.

  • NUll-Zins Politik, Überbordende Staatsschulden und die Leute kaufen im übertragenen Sinne Disignerpapier.
    Es scheint nicht die starke Seite beim Menschen zu sein, das Geldsystem zu begreifen.
    Erst wird es teilweise sauer verdient, das Geld, und anschließend wird es aus Mangel an Kenntnis wieder vernichtet.
    Glaubt tatsächlich jemand, das die Finanzkrise vorbei ist.
    Täglich beobachten wir einen Abwertungswettlauf der Hauptwährungen.
    Was man da sehen kann ist der Weg direkt in die Hölle des Schuldensystems.
    Aus der immokrise ist schon längst die krise der Staaten entstanden. Hunderte Mrd. wurden durch die Staaten in maroden, mausetoten banken versenkt und jetzt ist man selbst nicht mehr handlungsfähig.
    Jetzt will am angeblich sparen - sich TOTSPAREN.
    Sparen für was ?
    Für zukünftige Generationen ?
    Die können auch nur zuschauen !
    Diese Schulden wird keine Generation nach uns zahlen können.
    Der Währungsschnitt kommt früher oder später.
    Alles andere sind Träume.
    Dann lieber jetzt und Neuanfang.
    Wo ist das Problem ?
    Oder haben alle die Angst, die täglich mit ihrem dicken Hintern in irgend einem Sessel kleben und andere Leute verwalten ?

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