ABN Amro behält Spitzenplatz
Fondsmanager glauben weiter an Hochzinsanleihen

Warnungen vor Schwellenländeranleihen hat es in den vergangenen Monaten immer wieder gegeben. So fürchten Experten unter anderem steigende Ausfallquoten, die auf die Kurse drücken könnten.

HAMBURG. Eine Gefahr, die Sabine Krüger vom Fonds-Research der Dekabank so nicht sieht: "Viele Schwellenländer weisen Überschüsse in ihrer Leistungsbilanz aus. Das reduziert das Risiko von Ausfällen." Die Qualität der Titel habe sich in den vergangenen fünf bis zehn Jahren entscheidend verbessert. Inzwischen sei der Verschuldungsgrad der Schwellenländer sogar besser als in den entwickelten Ländern. Die Bewertungen der entsprechenden Anleihen sieht die Deka-Managerin "nah am fairen Wert, aber nicht übertrieben".

Krüger gibt mit ihrer Einschätzung die Meinung der Schwellenländer-Experten von JP Morgan Investment wieder, die im Auftrag der Sparkassen-Tochter den Hochzinsanleihenfonds Deka Team EM Bond verwalten. Der Fonds belegt mit einem Wertzuwachs von 8,58 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten Rang vier unter 63 Vergleichsfonds (siehe Tabelle).

Die relativ gute Entwicklung führt Krüger auf die Untergewichtung in Mexiko und der Türkei zurück sowie auf die Portfolio-Schwergewichte Brasilien (17 Prozent), Argentinien und Venezuela (jeweils 13 Prozent). Diese Länder sollen auch künftig im Vordergrund stehen. "Brasilien hat einen starken Exportmarkt und eine gesunde Handelsbilanz 2006", sagt Krüger. Außerdem kurbelten die sinkenden Zinsen das interne Wachstum an. Venezuela profitiere vom steigenden Ölpreis, und Argentinien sei gemessen an den Fundamentaldaten weiter unterbewertet.

Fast 15 Prozent des Portfolios bestreitet zudem Russland. "Das ist einer der stärksten Märkte innerhalb der Schwellenländer", sagt Krüger. Die Verschuldung betrage weniger als 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die Währungsreserven seien auf 250 Mrd. Dollar angewachsen und das Wachstum sei stabil.

Beim nach wie vor unangefochtenen Spitzenreiter, dem ABN Amro Global Emerging Markets Bond Fund, spielen Russland und Brasilien nur untergeordnete Rollen. Russland macht 7,3 Prozent des Portfolios aus, Brasilien lediglich 0,1 Prozent. Zwar sieht ABN-Amro-Manager Raphael Kassin die wirtschaftlichen Aussichten des südamerikanischen Landes als gut an, möchte aber zunächst die Wahlen im Oktober abwarten.

Bis dahin setzt er weiter stark auf Venezuela und Argentinien, Anleihen dieser beiden Länder machen aktuell 59 Prozent seines Portfolios aus. Wie Deka-Managerin Krüger beurteilt auch Kassin die weiteren Aussichten für 2006 positiv. Er erwartet vermehrt Käufer und unveränderte US-Zinsen. Kassin: "Schwellenländer-Anleihen sind weiter auf Erholungskurs".

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