Absatz-Statistik
AS-Fonds leiden weiter unter Geldabflüssen

Speziell für die Altersvorsorge aufgelegte Investmentfonds führen in Deutschland weiter ein Schattendasein. Das dokumentiert die jüngste Absatz-Statistik des Branchenverbands BVI.

HAMBURG. Insgesamt mussten die 26 noch bestehenden Angebote der Kategorie AS-Fonds (das Kürzel steht für Altersvorsorge-Sondervermögen) im laufenden Jahr (Stichtag: 30. September) einen Nettomittelrückfluss von 121 Mill. Euro hinnehmen. Kleinere Gesellschaften wie Metzler-Invest oder MK zogen sich schon vor Jahren aus diesem Markt zurück.

Dasselbe gilt streng genommen auch für Frankfurt Trust. Der bei der BHF-Bank-Tochter aufgelegte FT Life-Invest wird von der Analysegesellschaft Feri Rating & Research zwar noch als AS-Fonds geführt, ist den Anlagebedingungen zufolge mittlerweile aber ein traditioneller Mischfonds. Konsequenz: Die für AS-Fonds charakteristischen Ober- und Untergrenzen für den Aktienanteil (maximal 75 Prozent, mindestens 21 Prozent) gelten offiziell nicht mehr. Lediglich der zwölfprozentige Anteil an offenen Immobilienfonds erinnert noch an die alte Herkunft. "Dabei handelt es sich um einen Restbestand, den wir über kurz oder lang auflösen werden", sagt FT-Manager Friedrich Diel.

Die unterdurchschnittliche Wertentwicklung von 6,76 Prozent für die vergangenen zwölf Monate (siehe Tabelle) erklärt Diel mit der im Vergleich zu offensiv ausgerichteten AS-Fonds eher konservativen Anlagepolitik: "Der Aktienanteil variiert zwischen 40 und 70 Prozent." Aktuell sind es rund 60 Prozent. "Der Oktober ist zwar traditionell ein eher schwieriger Börsenmonat, doch durch die zahlreichen Übernahmeaktivitäten erhält der Markt derzeit eine gute Unterstützung", begründet Diel seine optimistischere Haltung.

Festhalten an ihren AS-Fonds will bis auf weiteres die Stuttgarter BW-Invest. Obwohl der eher offensiv ausgerichtete BWI-Dynamik-AS nur noch zwölf Mill. Euro verwaltet und der konservativere BWI-Kontinuitäts-AS sogar nur noch sechs Mill. Euro, steht auch eine Zusammenlegung derzeit nicht zur Debatte. Ähnlich wie FT-Manager Diel hält BWI-Berater Michael Trauth die Aktienquote in beiden Fonds nahe der festgelegten Obergrenze (75 bzw. 50 Prozent): "Der gesunkene Ölpreis verringert die Inflationsgefahren, und die US-Konjunktur zeigt sich noch immer sehr robust", nennt Trauth zwei positive Faktoren. Das größte Potenzial im aktuellen Marktumfeld sieht er bei Finanzdienstleistern wie Allianz oder Deutsche Bank, während er Titel aus den Branchen Konsum, Pharma und Energie eher untergewichtet. Um Währungsrisiken möglichst niedrig zu halten, beschränkt sich Trauth wie viele andere AS-Fonds-Manager bei der Aktienauswahl weitgehend auf Unternehmen aus der Euro-Zone.

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