Absatz von Beteiligungen an Lebensversicherungen nimmt zu – Filme und Schiffe weniger attraktiv
Geschäft mit geschlossenen Fonds boomt

Anbieter geschlossener Fonds haben im vergangenen Jahr ein Bombengeschäft gemacht. Ob es ein Rekordjahr war, darüber gehen die Meinungen der Analysten auseinander. Stefan Loipfinger kommt in seiner „Marktanalyse für Beteiligungsmodelle“ auf 12,85 Mrd. Euro eingeworbenes Eigenkapital, so dass der bisherige Höchststand von 1998 mit 12,77 Mrd. Euro knapp überboten wurde. Damals sorgten Steuervorteile für Investitionen in Ostdeutschland für einen Nachfrageschub. Die Ratingagentur Scope sieht die Rekordmarke von 10,67 Mrd. Euro im Jahr 1998 knapp verfehlt und bilanziert 10,33 Mrd. Euro.

DÜSSELDORF. Die Differenz sei Folge unterschiedlicher Methoden, sagt Scope: Loipfinger zähle im Unterschied zu Scope die Private Placements für wenige sehr vermögende Kunden und das Agio, meist fünf Prozent, mit. Loipfinger nennt als weitere Gründe, dass er mehr Anbieter abfrage und darüber hinaus eine geschätzte Dunkelziffer ergänze. Loipfinger erwartet, dass sich das sehr gute Ergebnis des Vorjahres wiederholen lässt. Beteiligungsangebote seien eine Alternative zu den gegenwärtig niedrig rentierenden Zinsanlagen: „Zum anderen sind die interessanten Provisionen der Beteiligungsmodelle vor allem für Banken eine begehrte Einnahmequelle.“ Scope stellt fest, dass der Anteil der Banken am eingeworbenen Eigenkapital 2004 mit 65 Prozent deutlich höher lag als in den Vorjahren.

Frank Heimsaat, federführender Analyst bei Scope, erwartet, dass der Emissionserfolg 2005 „noch einen Tick besser wird“ als 2004. Es würden wieder mehr US-Fonds kommen, vermutet er, nachdem der Marktführer Jamestown mit einem Fonds an den Markt zurückgekehrt ist. Jamestown-Chef Christoph Kahl hatte sich mit dem Hinweis auf überteuerte US-Immobilien für eine Weile aus dem Markt verabschiedet. Loipfinger ist generell der Auffassung, dass geschlossene Immobilienfonds von den Renditeproblemen der offenen Fonds profitieren, solange Investitionen in steuerbegünstigte Immobilienaktien, so genannte deutsche Real Estate Investment Trusts (Reits), noch nicht möglich sind. Diese neue Form der Immobilieninvestition soll ab 2006 möglich werden.

Heimsaat und Loipfinger sehen übereinstimmend weitere Absatzerfolge für die bereits 2004 boomenden Lebensversicherungs-Fonds. Die Anleger beteiligen sich hier an einem Pool von „gebrauchten“ Lebensversicherungen. Bisher dominierten US-Policen den Markt. Beide Analysten erwarten eine größere Bedeutung der Fonds mit britischen Policen. Allerdings warnt Loipfinger vor steigenden Einkaufspreisen wegen der hohen Nachfrage. Heimsaat bereitet das weniger Sorgen – er sieht noch Möglichkeiten, Kosten einzusparen und damit die Renditen zu halten.

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